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Augsburg, März 2009

Inhaltsverzeichnis:

 

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» China «

Die Kopie ehrt den Erfinder
Im Reich der Mitte mehren sich die eigenen Erfindungen und mit ihnen der Bedarf nach einem funktionierenden Patentschutz. Ein neues, wesentlich strengeres Patentrecht tritt in China im Oktober in Kraft. Die Volksrepublik setzte außerdem ein Zeichen auf der Cebit, hier wurde erstmals eine Schlichtungsstelle für Patentstreitigkeiten angeboten.
Nachdem das jahrelange Kopieren westlicher Produkte, Wirtschaftsspionage und das Nutzen fremder Produkte Chinas wirtschaftlichen Aufschwung ermöglichte, erachtet nun der Assistenzminister im chinesischen Handelsressort, Chong Quan, den Schutz von geistigem Eigentum als dringend notwendig für Chinas Entwicklung.
Auf der Patentschutztagung in Brüssel teilte er mit, es gebe Probleme mit geklauten Patenten in seinem Land.
Chinas Forschung auf dem Sektor der Zukunftstechnologien hat mächtig an Fahrt aufgenommen, so gibt es auch im Reich der Mitte immer mehr schützenswertes geistiges Eigentum. Die Kopie ehrt nicht mehr den Erfinder, wie der französische Konzern Schneider Elektric im Jahr 2007 schmerzlich erfahren musste. Die Verletzung chinesischer Patente kostete das Unternehmen 31 Millionen Schadensersatz.
Funktionierendes Patentschutzrecht, das allen Handelspartnern gleichermaßen dient, ist auf dem besten Weg und hat wohl eine faire Chance.
 
Quelle: FTD, 10.03.09

 

Rohstoffe für Chinas Konjunkturprogramm
Das 480 Mrd. Euro teure Konjunkturprogramm Chinas und die zuletzt beträchtlich gesunkenen Rohstoffpreise ermöglichten rekordverdächtige Importe von Eisenerz und Kupfer in die Volksrepublik. Laut Thomas Benedix, Portfoliomanager von Tiberius Asset Management, hat China stets den Aufbau von strategischen Reserven im Blick. Iin Indikator hierfür ist auch das Verschieben von Kupfer aus den Londoner Lagerhäusern in die Lager von Shanghai, das letzte Woche stattgefunden hat.
Mit den Importen von Kupfer und Eisenerz die im Februar auf den Rekordwert von 46,7 Mio. Tonnen gestiegen sind, treibt China die Stärkung seiner geostrategischen Position voran. Dies ist auch an der wieder zunehmenden Stahlproduktion abzulesen.
Chinas Optimismus ist offenbar. Zentrales Thema seines Konjunkturprogramms sind die Investitionen in die Infrastruktur, ein besonders rohstoffintensives Unterfangen. Mit den Importen von Kohle, Erz und Öl hat China nicht nur die Sicherung seiner Produktion im Sinn, wie Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, erklärte, mit der Investition in reale Werte könne sich der größte Gläubiger der USA für das nahezu undenkbare Szenario einer Währungsreform in den Vereinigten Staaten rüsten.
 
Quelle: FTD, 03.02.08

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Grenzen im world wide web
China, Nordkorea, Birma, Vietnam, Saudi-Arabien, Iran, Kuba, Ägypten, Tunesien Turkmenistan und Usbekistan sind die Staaten die von Reporter ohne Grenzen (ROG) den Titel "Feinde des Internets" erhalten haben.
Systematische Verfolgung unliebsamer User ist in diesen Ländern an der Tagesordnung, Überwachung und Kontrolle von Online-Informationen und Nachrichten eine Selbstverständlichkeit. ROG untersuchen in einem Bericht die Überwachung und Zensur des Internets, sowie die Verfolgung von Internetdissidenten in 22 Staaten.
Weltweit sind derzeit 70 Cyberdissidenten in Haft, den meisten in China inhaftierten Bloggern wird das "Preisgeben von Staatsgeheimnissen im Ausland" vorgeworfen.
China beschäftigt fast 40.000 staatliche Mitarbeiter zum Kontrollieren von Online-Inhalten.
User in Saudi-Arabien haben zu mehr als 400.000 Webseiten keinen Zugriff.
Zehn weitere Länder stellt die ROG unter besondere Beobachtung. Diese Staaten werden zwar demokratisch regiert, jedoch werden Zensurmaßnahmen im Internet betrieben. Australien und Südkorea haben Gesetze erlassen, die ihnen Wege eröffnen, Internetseiten sperren zu lassen.
Das Internet, immer noch freiestes Mittel zur Verbreitung von Informationen und Meinungen, erhält Unterstützung. Kontrolle und Zensur im Internet lassen sich mit Hilfe neuer Software-Entwicklungen teilweise umgehen.
In den vergangenen Jahren haben sich auf Druck von Regierungen auch Internetfirmen an der staatlichen Zensur beteiligt. Nun setzten Google, Yahoo und Microsoft ein Signal, sie unterzeichneten die sogenannte Global Network Initiative und brachten damit ihre Absicht zum Ausdruck in Zukunft das Recht von Internetnutzer/innen weltweit zu respektieren
 
Quelle: SZ, 12.03.09

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» Japan «

Japan, China und die Krise
Der kolossale Einbruch der Exporte trifft beide Seiten hart.
Chinas Handelsüberschuss erreichte im Februar den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Er verringerte sich auf 4,4 Mrd. US-Dollar. Die Zollverwaltung in Peking berichtete von einem Exportrückgang um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahresmonat. Chinesische Experten sagten voraus, dass bei Vertiefung der globalen Rezession die schwache Nachfrage aus dem Ausland das Jahr über anhalten werde.
Japans Gradmesser für Exportaussichten sind die Maschinenbauaufträge aus dem Ausland. Hier wurde ein Rekordrückgang um 49 % verzeichnet, der tiefste Stand seit 22 Jahren.
Vor allem die Stahl- und Automobilbranche erteilten weniger Aufträge. Die globale Wirtschaftskrise zwingt Japans Industriekonzerne ihre Produktion drastisch zu drosseln, da erstmals seit 13 Jahren ein Defizit in der Leistungsbilanz zu verzeichnen war. Im stark exportabhängigen Japan beraten die Koalitionspartner derzeit weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft, denn nach Einschätzung der Weltbank wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfen.
 
Quelle: SZ, 11.03.09

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» Indien «

Neues vom Tata Nano
Der mit 1600 Euro günstigste Kleinwagen der Welt, letztes Jahr in Genf von Ratan Tata, Vorstandschef der Firma, vorgestellt, ist ein wenig teurer geworden. Das fahrfertige Modell wird nach neuester Kalkulation 22 00 Euro kosten müssen, die europäische Ausfertigung wird sich auf 5000 Euro belaufen.
Ende März sollen nun nach der Verlagerung des Werks die ersten Exemplare vom Band rollen. Politische Probleme hatten den ursprünglich geplanten Termin im letzten Herbst vereitelt. Die Nachfrage ist bereits riesig und lässt den indischen Autoprimus Maruti-Suziuki um seine Vorherrschaft bangen. Für die europäische Billigkonkurrenz wird es vermutlich erst ab dem Jahr 2012 spannend, obwohl Tata schon heute in Europa keine unbekannte Automarke mehr ist.
Ratan Tata entwickelte den für Inder erschwinglichen Volkswagen um seinen Landsleuten ein motorisiertes Dach über dem Kopf zu geben, so muss die ganze Familie nicht mehr auf einem Motorrad durch den Monsun fahren. Den europäischen Ansprüchen wird das Billigauto angepasst. Details wie zwei Airbags, ABS, elektrische Fensterheber oder Zentralverriegelung wird es serienmässig geben, bei Qualität und Ergonomie wird noch nachgebessert.
Angetrieben werden soll der Tata Nano von einem ein Liter großen Dreizylinder mit fünf Gängen und rund 70 PS, laut David Saldanha wird der CO2-Ausstoß bei unter 100g/km liegen. Langfristig will Ratan Tat jährlich mehr als eine Million Nano-Modelle produzieren und in alle Welt verschiffen lassen.
 
Quelle: SZ, 04.03.09

 

» Thailand «

Feiner Wein aus Thailand
Nur 150 Kilometer nordöstlich von Bangkok liegt Thailands Paradies für Weinliebhaber, die Weinkellerei Khao Yai Winery, eingerahmt vom Khao Yai Nationalpark.
Zwar hat das Weingut noch mit Vorurteilen zu kämpfen, doch werden Rot- und Weißweine mit großem Erfolg nach Japan, Singapur, Großbritannien, Holland und Dänemark exportiert, wie Heribert Gaksch berichtet.
Der seit Jahrzehnten in Thailand wirkende Catering-, Hotel- und PR-Manager Heribert Gaksch empfiehlt das Weinbergrestaurant "The Great Hornbill Grill", das mit seinem Pizzaholzofen und der ausgesuchten Thaiküche längst zum offenen Geheimnis für Bangkoks Genießer geworden ist.
Thailands erster Somelier Pryut Piangbuta hat sein Handwerk in Weinsberg bei Heilbronn gelernt und erklärt in perfektem schwäbisch, warum auf manchen im Weinladen erhältlichen Flaschen das Etikett "PB Valley" klebt.
Die Erfolgsgeschichte begann als 1989 einer der millionenschweren Hauptaktionäre der Singha-Brauerei, Doktor Piya Bhirombhadi, des Gesusses einheimischer Weine und ausländischer Importe überdrüssig war. Ein günstiger Anbauort musste gefunden werden und bis aus 60 importierten Rebsorten die mundigste ausgesucht war, dauerte es eine Weile.
Im Januar 1998 wurde die Kellerei von der Schwester von Thailands König Bhumibol eröffnet und das PB Valley hat sich inzwischen mit etwa 180.000 Flaschen jährlich eine geachtete Marktposition gesichert.
Im Klima der Region benötigt ein Rebstock nur 12 Monate für sein Wachstum, in Deutschland 6 Jahre und die Zeit vom Zurückschneiden der Rebstöcke bis zur Weinlese beträgt mit 150 Tagen 30 Tage weniger als in Mitteleuropa. Kühl- und Bewässerungstechnik müssen erheblich ausgefeilter sein und geerntet werden kann nur nachts.
Die Lese beginnt im Februar, unter der Regie des schwäbisch sozialisierten Herrn Piangbunta ist nun bereits der zehnte Jahrgang geerntet worden. Die Rebsorten Shiraz und Chenin Blanc haben sich besonders bewährt.
 
Quelle: Die Welt, 05.03.09

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