http://www.sueddeutsche.de/politik/191/470736/text/
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Rezession lädt zu Shoppingtour ein
Peking nutzt die aufgrund der globalen Rezession günstigen Preise, um den steigenden Rohstoffbedarf für das riesige
Konjunkturprogramm zu decken und strategische Reserven aufzustocken. Der Aufkauf von Unternehmen und Rohstoffen verschafft
China außerdem stärkeren Einfluss auf die Preise der Rohstoffmärkte, und verleiht ihr international mehr
Gewicht. Damit hofft China, den Yuan endlich als Abrechnungswährung zu etablieren.
Unter anderem stiegen der Weizen- und Ölpreis auf den höchsten Wert seit November, Chinas Nettoimporte von
Aluminium liegen um 3500 Prozent höher als vor einem Jahr, bei der Eisenbahn stiegen Investitionen um satte 94 Prozent.
Die Raffinerie Singapore Petroleum, die mit Öllieferungen durch die Straße von Malacca zwölf Prozent der weltweiten
Nachfrage deckt, wurde zu etwa 2,2 Mrd. $ und einem 45 Prozent Anteil vom Staatskonzern Petrochina übernommen. 75 Prozent
aller Übernahmen liegen aber auf dem Minensektor, sogar bei australischen Unternehmen macht die Beteiligung schon drei
Prozent aus.
Quelle: FTD, 17.06.09
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/rohstoffe/:Pekings-globale-Ambitionen-China-geht-weltweit-auf-Einkaufstour/518171.html
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Tollwutgefahr in Nordchina
Die Verwaltung von Hanzhong in Nordchina ließ 37500 Hunde erschlagen, um eine Infektion mit Tollwut einzudämmen,
der schon 13 Menschen zum Opfer gefallen sind. Hundebesitzer sollen ihre Tiere zu Hause lassen, damit sich der Virus nicht
weiter ausbreitet.
Tierschützer protestierten vehement gegen die Maßnahme, die in China nicht ungewöhnlich ist. Tierschutzgesetze
gibt es dort bisher noch nicht.
Quelle: SZ, 17.06.09
http://www.sueddeutsche.de/panorama/877/472402/text/
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» Taiwan «
Weltgrößtes solarbetriebenes Stadion
Für die achten World Games in Kaohsiung im Juli 2009 wird für etwa 115 Millionen Euro eine 55.000 Zuschauer fassende
Sportarena gebaut, die mit 8844 Solarpaneelen auf einer Fläche von 14.155 Quadratmetern mit einer Energiemenge von etwa
1.14 Gigawattstunden jährlich betrieben werden soll.
Der Standort verspricht durchschnittlich fünfeinhalb Stunden Sonne täglich, ideal für spätere Rugby- und
Leichtathletikveranstaltungen, und der Nutzung durch die taiwanesische Fußballmannschaft.
Bei Nichtbenutzung sollen umliegende Wohngebiete mit Energie versorgt werden, 660 Tonnen CO2 jährlich würden
gegenüber herkömmlichen Kraftwerken damit eingespart.
Quelle: Utopia, 11.06.09
http://www.utopia.de/wissen/bildungsluecken/solarbetriebenes-stadion-in-taiwan-toyo-ito-architektur
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Marketinghülse BenQ
2005 übernahm Taiwans Elektronikunternehmen BenQ bei einem Umsatz von etwa elf Milliarden Dollar und mit damals weltweit
14.000 Mitarbeitern die Handysparte Siemens Mobile. BenQ war eines der wertvollsten Markenzeichen Taiwans und sollte mit der
Sparte den Durchbruch in Europa sichern. Ein Jahr später war das Unternehmen pleite und 3000 Deutsche verloren den
Arbeitsplatz, 2007 hatte BenQ Schulden von 1,2 Milliarden Euro. In der Chefetage werden die Verschmelzung zu hoher
Mitarbeiterzahlen und die deutschen Gewerkschaften als Gründe genannt.
BenQ verlagerte die gesamte Produktion in die Firma Qisda, die BenQ den Finanzhahn zugedreht hatte. Die Belegschaft sank auf
1300 Leute, der Umsatz auf 1,5 Milliarden Dollar, der Firmenname verschwand von der Liste gefragter Warenzeichen.
Heute identifiziert BenQ hauptsächlich Kundenbedarf, die Geräte selbst werden dann in China gefertigt und danach lediglich
noch das Firmenlogo darauf geklebt.
Nach gegenseitigen Betrugsvorwürfen hat sich Siemens jetzt mit Qisda geeinigt, Details dazu sind nicht bekannt. Eine
Rückstellung in zweistelliger Millionenhöhe konnte Siemens aber wieder freigeben.
Quelle: SZ, 28.05.09;
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/528/470079/text/
Silicon.de 30.04.09;
http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_unternehmen_ business_siemens_einigt_sich_mit_benq_kaeufer_qisda_story-39001020-41003556-1.htm
Zdnet.de, 30.04.09
http://www.silicon.de/cio/wirtschaft-politik/0,39038992,41003535,00/siemens+ist+benq+endgueltig+los.htm
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Taiwan und Chinas auf ‚Harmony and Integrity'-Kurs
Taiwans neuer Präsident hat auf Selbstständigkeitserklärungen verzichtet, was von China wohlwollend vermerkt wird,
wenn Taipeh auch eine Wiedervereinigung weiterhin strikt ablehnt. Das seit 60 Jahren angespannte Verhältnis zwischen China
und Taiwan wird jetzt durch ein historisches Abkommen gelockert, das den Ausbau von Tourismus und Handelsbeziehungen,
sowie die Einrichtung konsularischer Vertretungen festgelegt hat.
Regelmäßige direkte Charter- und später Linienflüge zwischen den Ländern mit einer Quote von
täglich 3000 chinesischen Touristen nach Taiwan sind vorgesehen, das Endziel liegt bei einer Million Touristen.
Zwischen Oktober und Januar wird Taiwans Nationalmuseum Kunstwerke aus der Zeit des dritten Kaisers der kunstfördernden
Qing Dynastie ausstellen, wozu Peking zum ersten Mal 38 Schätze nach Taiwan ausleihen will - eine politische Geste.
Taiwan hingegen leiht seine Kunstwerke allerdings nur bei garantierter Rückkehr aus. Damit ist eine Leihgabe nach China
unwahrscheinlich, da die meisten Kunstwerke Bestandteil der kaiserlichen Schätze Pekings waren, und China den Besitzanspruch
nie aufgegeben hat. Unter Chiang Kai-Shek gelangten sie 1949 auf dunklen Wegen nach Taiwan.
Wenn das Versprechen der chinesischen Leihgaben eingehalten wird, könnte der Ausstellungstitel ‚Harmony and Integrity'
besonders passend sein.
Quelle: Süddeutsche, 13.06.09
http://www.sueddeutsche.de/politik/499/445236/text/
Welt 08.06.09
http://www.welt.de/die-welt/article3882242/China-leiht-Taiwan-Kunst.html
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» Südkorea «
Bürgerzeitung ‚OhmyNews' trauert um Ex-Präsident Roh
Die kritische, alternative Online-Bürgerzeitung OhmyNews ist die wichtigste Einzelstimme im Land, wenn Südkorea
politisch mobilisiert - ein Land mit traditionell sehr konservativen großen Medien. OhmyNews wurde im Jahr 2000
gegründet, nach fünf Jahren gab es bereits 40.000 registrierte Mitarbeiter. OhmyNews beschäftigt mittlerweile
50 Journalisten und strahlt ganztägig Live-Videobilder als OhmyTV aus, wo tausende von Mitarbeitern, Freizeit-Journalisten
und Profis kommentieren und berichten. Alle Texte der Website sind von Profis redigiert, die Fakten werden genau recherchiert,
täglich kommen etwa 200 geprüfte Artikel ins Netz. OhmyNews wird großteils über Werbung finanziert, aber auch
mit Kleinspenden und einem freiwilligen Abo. Trotzdem trifft die Wirtschaftskrise die Internet-Zeitung stark. Der Gründer
und Chef Oh Yeon-ho will das Weiterbildungsangebot vergrößern und seine Bürger-Mitarbeiter weiter
professionalisieren.
Zuletzt war Roh in einen Korruptionsskandal verwickelt - die Polizei ermittelt noch.Bekannt wurde OhmyNews mit den
Präsidentschaftswahlen 2002, als sie massenhaft junge Wähler für den ehemaligen Menschenrechtsanwalt Roh Moo Hyun
mobilisierte. Roh wurde gewählt und hat Südkorea demokratisiert, für neue Medien transparenter gemacht und suchte
den Dialog mit Nordkorea. Er schied 2008 nach fünf Jahren aus dem Amt.
Jetzt ist Roh tot, entweder durch Selbstmord oder einen Bergunfall. Angeblich wurde ein Abschiedsbrief gefunden. Er wird von
unzähligen Bürgern betrauert.
Quelle: Süddeutsche, 23./28.05.09
http://www.sueddeutsche.de/politik/992/469549/text/
http://www.sueddeutsche.de/computer/531/470082/text/
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» Thailand «
Mehr Benimm-Regeln für Mönche
Thailand, eine Nation der Buddhisten, wo sich die meisten Bürger einmal für gewisse Zeit in ein Kloster begeben,
geht mit Homosexualität und Transsexuellen sehr unverkrampft um. Sie spielen in Filmen und Seifenopern mit, haben eigenen
Sportgruppen oder Schülertoiletten.
Konservativen Mönchen geht der schrille Lebensstil mancher ihrer Mitbrüder deutlich zu weit. Mit Make-up, eng anliegenden
Kutten, Perücken und grellen Handtäschchen treten sie sogar in Karaoke-Bars auf, betrinken sich und haben Sex
untereinander. Ein buddhistischer Oberpriester hat auf gehäufte Beschwerden hin ein Buch mit Benimm-Regeln für alle
Mitglieder herausgegeben, aber vor allem schwule und transsexuelle Mönche werden betroffen sein. Der extravagante Lebensstil
soll aufgegeben werden, Ausschweifungen werden untersagt genauso wie sexuelle Beziehungen untereinander, andernfalls droht der
Ausschluss aus dem Kloster. Offiziell gilt für Mönche ein Zölibat.
Das Regelbuch soll zuerst im Norden Thailands eingeführt werden, bei Erfolg auch in den Klöstern landesweit.
Quelle: Süddeutsche, 20.06.09
http://www.sueddeutsche.de/panorama/114/468678/text/
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