http://www.sueddeutsche.de/politik/91/479580/text/
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Förderprogramm 'Grünes Licht'
2009 subventioniert Peking Lieferanten und Endkäufer von zehn Millionen Energiesparlampen mit etwa 60 Mio. Euro
und Tausende von Bürgern stehen Schlange, um noch bis Ende September die günstigen Birnen zu erwerben.
Die Initiative, ein Teil des Förderprogramms ‚Grünes Licht' soll die Umstellung von der gigantischen, herkömmlichen
Glühbirnenindustrie zu Energiesparlampen bis 2012 möglich machen - ein viel kürzerer Zeitraum als ursprünglich geplant.
Die Lampen verbrauchen 12 % des chinesischen Stroms. Bis 2010 soll der Stromverbrauch für Licht um 10% gesenkt werden.
Das UN - Entwicklungsprogramm UNDP unterstützt das Projekt mit 14 Mio. US Dollar. China hat mit den USA den weltweit
größten Ausstoß an Treibhausgasen. Die Umstellung könnte eine erhebliche Reduktion an CO2 und Schwefeldioxid bewirken,
ein Endprodukt bei der Stromherstellung aus schwefelhaltiger Kohle.
China, der ehemals größte Hersteller von Glühbirnen hat heute 80% des Weltmarktanteils von Energiesparlampen.
Ohne China wird es keinen Erfolg bei einem neuen globalen Klimarahmenvertrag geben.
Mit im Rennen bei der kostenintensiven Anpassung der Produktion liegen die Konzerne Philips und Osram.
Quelle: Welt, 13.08.2009
http://www.welt.de/wirtschaft/article4313445/China-tauscht-noch-radikaler-Gluehbirnen-aus.html
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Themen-Hochzeiten liegen im Trend
Traditionelle Hochzeiten, vor allem im ländlichen China, mit Blumenwerfen, großem Bankett und viel Alkohol sind zwar
noch in der Überzahl, aber immer mehr Paare möchten gern auf originellere Art heiraten.
Vor allem Fans militanter Computerspiele heiraten bevorzugt im Militärstil samt Uniform, Plastikkalaschnikov für die
Trauzeugen, Armee-Jeeps und Stacheldraht. Der Zukünftige rettet die Braut vor 'Terroristen', bevor sie ihm hingerissen
in die Arme sinkt.
Andere Themenhochzeiten finden in Groß-Aquarien, Heißluftballons oder auf Rollschuhen statt, die Brautleute können auch
wahlweise an Seilen von Hochhäusern baumeln oder sich als Tiere verkleidet das Ja-Wort geben. Je origineller das
Erinnerungsfoto, umso besser.
Religiöse Themenhochzeiten werden auch bei Agnostikern immer beliebter, kleine spanische Kapellen werden dafür extra
in Hotels errichtet. In Japan ist dieser Trend längst ein Millionengeschäft.
Quelle: Süddeutsche, 13.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/leben/638/484078/text/
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Richtungsänderung in der Umweltpolitik
Der bisherige Standpunkt Pekings in Sachen Klimasünden war das Recht auf eigene Entwicklung. Massive Reduzierung
von Treibhausgasen sei Aufgabe der reichen Industrienationen. Nach Warnungen chinesischer Experten, dass ohne
eigene Maßnahmen der geplante Höchststand an Emissionen 2050 nicht mehr realisiert werden könne, will Peking
die Kohlendioxidemissionen jetzt ab 2020 bremsen und den Höchststand bereits 2030 erreichen.
Die Vorgaben dienen als Grundlage für den Weltklimagipfel Ende des Jahres, bei dem ein Nachfolgeabkommen für das
auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden soll.
Ohne konkrete Zusagen der größten Klimasünder China und USA kann die Erderwärmung nicht wirksam bekämpft werden.
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/politik/93/484528/text/
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Das Shaolin-Kloster - eine kapitalistische Hochburg
Der Shaolin Tempel, vor 1500 Jahren in Zentralchina von buddhistischen Mönchen errichtet, war wohl die Geburtsstätte
des Kung Fu, ursprünglich eine Meditationsform, die sich erst später zum Kampfsport entwickele. Kung Fu wurde zu Zeiten
der Tang Dynastie bekannt, als Mönche dem Kaiser während eines Aufstands zu Hilfe kamen.
Die während Maos Kulturrevolution fast völlig zerstörten Klosteranlagen wurden 1999 unter der Führung des 34jährigen
Mönchs Shi Yongxin innerhalb kurzer Zeit in ein beispielloses Wirtschaftsimperium verwandelt. Der buddhaähnliche Shi,
der aus einfachsten Verhältnissen stammt, schlug 1981 als 16jähriger den Weg zum buddhistischen Mönch ein.
Abt Shi entwickelte das Kloster zu einem global agierenden Unterhaltungskonzern mit weltweit registrierten Markenrechten,
eigener Fernsehproduktionsfirma und E-Commerce-Plattform.
Der Aktionsfilm 'Shaolin-Kloster der Rächer' und andere Kung Fu Produktionen machten den Namen Shaolin und die Geschichte
des Klosters über die Grenzen Chinas hinaus berühmt. Die Mönche traten bereits weltweit mit ihrer Kung Fu Bühnenshow auf.
Die nahegelegene, vormals sehr ärmliche Kreisstadt Dengfeng erlebte einen beispiellosen Aufstieg, als Millionen Touristen
praktisch über Nacht das Kloster besichtigen wollten.
Mittlerweile gibt es dort 70 Kung Fu Schulen mit zahllosen Anwärtern, die alle von Ruhm und Ehre träumen - mehrere
Franchise Kloster sind in Hongkong, Australien und Kanada geplant.
Shi gründete die Shaolin Temple Industrial Development Ltd., vermietet das Kloster an Fernsehshows und verkaufte
die Werberechte für den Namen an Hunderte von Firmen und ein taiwanesisches Online-Casino.
Eine eigens gegründete Holdinggesellschaft soll aus Einnahmen von Aktienverkäufen weitere Projekte wie eine
vegetarische Restaurantkette und Yogaschulen finanzieren. Ein geplantes Shaolin Krankenhaus soll ‚geheime Rezepte
der Mönche' vermarkten.
Tradition, Kommerz und Show sind miteinander verschmolzen. Chinesen begeistern sich für den Wallfahrtsort als
Symbol für wirtschaftlichen Erfolg und chinesischen Kapitalismus, der einzig verbliebene Glauben nach zu vielen
ideologischen Wechselbädern. Abt Shi erklärt dennoch unbeirrt die weltweite Verbreitung der Buddhismus als Shaolins Hauptinteresse.
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/623/485054/text/
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» Taiwan «
Schlimmster Taifun seit 50 Jahren
Morakot, der schwerste Taifun seit 50 Jahren, hat vor allem in Taiwan schwere Schäden verursacht, zehntausende
von Menschen betroffen und zahlreiche Todesopfer gefordert. Ein sechstöckiges Hotel stürzte auf schlammigem
Untergrund ein, die Gäste konnten sich noch in Sicherheit bringen. Schwere Erdrutsche vor allem im Süden,
die Brücken zum Einsturz brachten, und ganze Dörfer samt Einwohnern unter sich begruben, sorgten für pausenlosen
Einsatz von Militär und Rettungskräften. Der Schaden beläuft sich nach erster Schätzung auf über 70 Mio Euro.
In China mussten 1.4 Millionen Menschen ihre Hääuser verlassen, der Schaden wird auf etwa 620 Mio. Euro geschätzt.
In Japan forderte Taifun ‚Etau' mindestens 13 Tote, Hunderte von Hääusern wurden überschwemmt oder vom Wasser
eingeschlossen, viele Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/panorama/199/483642/text/
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Peking kritisiert Taiwanreise des Dalai Lama
Der Dalai Lama, geistliches Oberhaupt von Tibet, darf auf Drängen der Opposition Taiwan besuchen, um den Opfern
des Taifuns geistlichen Beistand zu leisten und für sie zu beten. Die Führung in Peking, die im April zum Zeichen
der Annäherung Chinas und Taiwans eine direkte Flugverbindung zum Inselstaat genehmigte, hat den bevorstehenden
Besuch scharf kritisiert, erhält aber geplante 270 Direktflüüge von 32 Fluglinien auf 32 Routen aufrecht.
Dennoch betrachtet Peking Taiwan genauso wie Tibet immer noch als abtrünnige Provinz.
Quelle: Süddeutsche, 27.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/politik/143/485568/text/
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» Arabische Welt «
Bankenkrise in den Emiraten
Zwei saudi-arabische Familienimperien, Saad und Algosaibi, schulden weltweit 120 Banken etwa 15,7 Mrd. Dollar,
inländische Banken haben Kredite zwischen 4 und 7 Mrd. Dollar ausstehen. Algosaibi ist hauptsächlich im Finanzgewerbe
(Schiffe, Immobilien, Abfüllung von Pepsi) tätig, Saad ist weltweit an zahlreichen Firmen wie dem britischen
Hausbauer Berkeley beteiligt. Saudi Arabiens Zentralbank fror die Vermögenswerte der Unternehmen ein, Banken dürfen
ihnen keine Kredite mehr gewähren, was bereits einen Liquiditätsengpass auslöste.
Die Banken verringerten bis Mai 2009 die allgemeine Kreditvergabe vor allem bei langfristigen Darlehen um etwa ein Prozent -
Hauptgrund ist der massiv gesunkene Ölpreis.
In Kuwait ist Global Investment House in Schwierigkeiten und in Bahrain erhielten Gulf International Bank und Arab
Banking Corporation, großteils im Immobiliengeschäft tätig, Not-Kapitalspritzen. Immobilienpreise fielen dort zwischen
35 und 50 Prozent mit steigender Tendenz.
Banken der gesamten Region sind sehr vorsichtig und horten Bargeld bei den Zentralbanken, die ausländische Vermögenswerte
erwerben und daher wachsende Bilanzen vorweisen können.
Trotzdem meistert Saudi Arabien die Krise bisher recht gut, da es keine Auslandsschulden hat und durch ehemals hohe
Ölpreise Reserven horten konnte. Es wird dennoch mit einem Leistungsbilanzdefizit von etwa sechs Prozent gerechnet.
Quelle: FTD, 22.07.2009
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:familienangelegenheiten-arabisches-firmendrama-bedroht-banken/543519.html
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Journalistin prangert Schikane gegen Frauen an
Die sudanesiche Journalistin Lubna Hussein wurde mit 12 weiteren Frauen von der Ordnungspolizei in einem
Restaurant festgenommen, weil sie Hosen trugen. Als UN Mitarbeiterin im Sudan genießt Frau Hussein Immunität,
daher bot ihr der Richter die Einstellung des Verfahrens an, was Hussein ablehnte. Sie wünscht den Prozess,
zu dem sie 500 Journalisten und Beobachter einlud. Das vor allem im muslimischen Norden des Landes religiös
legitimierte Recht der Scharia verbietet Frauen das Tragen von Hosen wegen angeblicher Bedrohung der Werte
und Tugenden. Bei Verurteilung drohen 40 Peitschenhiebe und ein Geldbusse von etwa 70 Euro. Die Journalistin
will die Vorfälle als Schikane gegen Frauen weltweit bekannt machen.
Der Bericht und die Kritik an der Auspeitschung der anderen Frauen trug einer weiteren Journalistin eine
Diffamierungsklage der Ordnungspolizei ein, die auch immer häufiger in private Treffen eindringt. Das
Bussgeld soll etwa 283.000 Euro betragen.
Spannungen zwischen dem eher christlichen Süüden und dem islamischen Norden hatte den letzten 20 Jahre
dauernden Bürgerkrieg verursacht.
Quelle: Welt, 29.07.2008
http://www.welt.de/politik/ausland/article4219605
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