HJ-Newsletters

Augsburg, August 2009

Inhaltsverzeichnis:

 

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» China «

Literaturprofessor sieht rot
 
Fälle von Selbstjustiz, in denen chinesische Bürger vermeintliche Übeltäter bestrafen mehren sich und nehmen immer mehr die Züge öffentlicher Hinrichtungen an, auch wenn die Bestraften unschuldig sind. Eine Fabrikarbeiterin wurde als Folge von Diebstahl von Managern erschlagen, dasselbe geschah mit einem Mann, dem man Vergewaltigung unterstellte. Die Polizei nahm später den wahren Täter fest.
Auch die jüngsten Unruhen in Nordwestchina wurden durch Beschuldigung der Vergewaltigung ausgelöst. Han-Chinesen erschlugen daraufhin zwei uigurische Arbeiter, ein uigurischer Mob tötete chinesische Passanten, woraufhin die Gewalt auf beiden Seiten eskalierte. Trotz verschiedener Hintergründe ist in allen Fällen Selbstjustiz das Bindeglied. Als Held gefeiert wird aber von den meisten Chinesen ein pensionierter Literaturprofessor, der sich nach jahrelangem Kampf gegen Rotlichtsünder und rowdyhafte Fahrweise vor sein Haus postierte und 30 Autos mit Ziegelsteinen bewarf. Schaulustige feuerten ihn an und lieferten ihm Munition, bis er schließlich angefahren wurde. Die Polizei liess ihn nach einem Verhör wieder laufen. Der sonst friedliebende Opa Yan, dessen Hobby Drachensteigen ist, erklärt, er sei generell ein gesetzestreuer Bürger, aber genug sei genug.
Millionen von Chinesen sind noch Fahranfänger. 2007 gab es laut widersprüchlicher Angaben von Regierung und der WHO zwischen 82.000 und 200.000 Verkehrstote in China.
 
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/panorama/62/480541/text/print.html

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Pekings Führung kämpft um Glaubwürdigkeit
 
Verfall von Autorität und Glaubwürdigkeit veranlasste bei Chinas Führung eine Kampagne gegen Mafiabanden. 15 heimlich gebildete Spezialeinheiten nahmen in der Riesenstadt Chongqing neben einem millionenschweren Geschäftsmann weitere 67, teilweise schwerreiche Personen fest, die unter anderem Energie, Verkehr und Bauwesen, Glücksspiel und Prostitution kontrollierten sowie als Bandenführer für Mord und Totschlag verantwortlich waren. Auf letzteres steht die Todesstrafe.
Der Blitzkrieg des von Peking entsandten Parteichefs Bo Xilai gegen die Mafia erntete Jubel in der Bevölkerung. Die Verhaftungswelle korrupter Funktionäre und Manager, häufig im Polizeiapparat, in Atomindustrie- und Petrochemiemanagement tätig, soll der Zentralpartei die geschwundene Glaubwürdigkeit und Autorität wieder verschaffen.
Ohne politische Reformen wird Pekings Führung allerdings keinen dauerhaften Erfolg für sich verbuchen können, wie sogar eine neuerdings kritische Presse anklingen lässt.
 
Quelle: Welt, 21.08.2009
http://www.welt.de/die-welt/politik/article4366567

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Mimikdeutung in Ost und West
 
Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Grundemotionen wie Freude und Angst ähnliche Mimik bewirken und damit von allen Menschen gleich interpretiert werden, wurde nach neuesten Untersuchungen modifiziert. Kultureller Hintergrund kann bei der optischen Wahrnehmung rein biologisch festgelegte kognitive Fähigkeiten durchaus beeinflussen und beim Betrachter Missdeutungen auslösen.
Menschen aus dem Westen achten gleichermassen auf Augen und Mund, Asiaten sehen hauptsächlich auf die Augen und haben daher Probleme, Emotionen zu identifizieren, bei denen sich die Augenpartie wenig verändert wie z.B. bei Angst und Überraschung (weit geöffnet) oder Ekel und Ärger (zusammengekniffen).
Bei Emoticons in Emails verwenden Westler kombinierte Augen- Mundsymbole, Asiaten eher augenbetonte Zeichen.
Bei der Betrachtung von Bildern mit Vorder- und Hintergrund konzentrieren sich Westler aus individualisiertem, sozialen Umfeld auf den Vordergrund. Asiaten aus komplexen sozialen Gemeinschaften achten mehr den Hintergrund oder Kontext.
 
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/wissen/688/484128/text/

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Han-Chauvinismus als Konfliktauslöser
 
In der Einpartei Diktatur China stellen Han-Chinesen fast überall die Mehrheit und damit die Parteisekretäre. Auch wenn sich acht Prozent der Bevölkerung aus 55 ethnischen Minderheiten zusammensetzen, dürfen die nur dem Namen nach autonomen Gebiete wie z.B. Tibet und Xinjiang allenfalls Gouverneure stellen oder beim Nationalen Volkskongress trachtenbewehrt folkloristische Farbtupfer setzen.
Die Arroganz der Han-Chinesen geht seit jeher einher mit dem Glauben, China sei das Zentrum der Zivilisation und alle Minderheiten schmutzig, undankbar und rückständig. Diese koloniale Betrachtungsweise anderer Völker führt auch dazu, dass Han-Chinesen die besseren Jobs und Wohnungen zugewiesen werden.
Die riesigen Gebiete Tibet und Xinjiang an den Flanken Chinas will die Zentralregierung auch aus strategischen Gründen nicht zu autonom werden lassen, ein guter Grund für die Ansiedlung von immer mehr Han-Chinesen in diesen Gebieten. Tibeter und Uiguren sind zudem religiös, was von der KP schnell mit Separatismus und Terrorismus gleichgesetzt wird. Die Zentralregierung mit dem herrschenden Han-Chauvinismus wünscht keine wirkliche Pluralität und heizt weiter den großchinesischen Nationalismus an. Widerstand wird gewaltsam unterdrückt, andere Lösungen scheinen undenkbar zu sein. Diese Haltung Pekings zusammen mit der Angst vor einer drohenden Wirtschaftskrise im Land könnte 2009 zu einem Jahr der Widersprüche und Konflikte machen.
 
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/politik/91/479580/text/

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Förderprogramm 'Grünes Licht'
 
2009 subventioniert Peking Lieferanten und Endkäufer von zehn Millionen Energiesparlampen mit etwa 60 Mio. Euro und Tausende von Bürgern stehen Schlange, um noch bis Ende September die günstigen Birnen zu erwerben. Die Initiative, ein Teil des Förderprogramms ‚Grünes Licht' soll die Umstellung von der gigantischen, herkömmlichen Glühbirnenindustrie zu Energiesparlampen bis 2012 möglich machen - ein viel kürzerer Zeitraum als ursprünglich geplant. Die Lampen verbrauchen 12 % des chinesischen Stroms. Bis 2010 soll der Stromverbrauch für Licht um 10% gesenkt werden.
Das UN - Entwicklungsprogramm UNDP unterstützt das Projekt mit 14 Mio. US Dollar. China hat mit den USA den weltweit größten Ausstoß an Treibhausgasen. Die Umstellung könnte eine erhebliche Reduktion an CO2 und Schwefeldioxid bewirken, ein Endprodukt bei der Stromherstellung aus schwefelhaltiger Kohle.
China, der ehemals größte Hersteller von Glühbirnen hat heute 80% des Weltmarktanteils von Energiesparlampen. Ohne China wird es keinen Erfolg bei einem neuen globalen Klimarahmenvertrag geben.
Mit im Rennen bei der kostenintensiven Anpassung der Produktion liegen die Konzerne Philips und Osram.
 
Quelle: Welt, 13.08.2009
http://www.welt.de/wirtschaft/article4313445/China-tauscht-noch-radikaler-Gluehbirnen-aus.html

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Themen-Hochzeiten liegen im Trend
 
Traditionelle Hochzeiten, vor allem im ländlichen China, mit Blumenwerfen, großem Bankett und viel Alkohol sind zwar noch in der Überzahl, aber immer mehr Paare möchten gern auf originellere Art heiraten.
Vor allem Fans militanter Computerspiele heiraten bevorzugt im Militärstil samt Uniform, Plastikkalaschnikov für die Trauzeugen, Armee-Jeeps und Stacheldraht. Der Zukünftige rettet die Braut vor 'Terroristen', bevor sie ihm hingerissen in die Arme sinkt.
Andere Themenhochzeiten finden in Groß-Aquarien, Heißluftballons oder auf Rollschuhen statt, die Brautleute können auch wahlweise an Seilen von Hochhäusern baumeln oder sich als Tiere verkleidet das Ja-Wort geben. Je origineller das Erinnerungsfoto, umso besser.
Religiöse Themenhochzeiten werden auch bei Agnostikern immer beliebter, kleine spanische Kapellen werden dafür extra in Hotels errichtet. In Japan ist dieser Trend längst ein Millionengeschäft.
 
Quelle: Süddeutsche, 13.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/leben/638/484078/text/

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Richtungsänderung in der Umweltpolitik
 
Der bisherige Standpunkt Pekings in Sachen Klimasünden war das Recht auf eigene Entwicklung. Massive Reduzierung von Treibhausgasen sei Aufgabe der reichen Industrienationen. Nach Warnungen chinesischer Experten, dass ohne eigene Maßnahmen der geplante Höchststand an Emissionen 2050 nicht mehr realisiert werden könne, will Peking die Kohlendioxidemissionen jetzt ab 2020 bremsen und den Höchststand bereits 2030 erreichen.
Die Vorgaben dienen als Grundlage für den Weltklimagipfel Ende des Jahres, bei dem ein Nachfolgeabkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden soll.
Ohne konkrete Zusagen der größten Klimasünder China und USA kann die Erderwärmung nicht wirksam bekämpft werden.
 
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/politik/93/484528/text/

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Das Shaolin-Kloster - eine kapitalistische Hochburg
 
Der Shaolin Tempel, vor 1500 Jahren in Zentralchina von buddhistischen Mönchen errichtet, war wohl die Geburtsstätte des Kung Fu, ursprünglich eine Meditationsform, die sich erst später zum Kampfsport entwickele. Kung Fu wurde zu Zeiten der Tang Dynastie bekannt, als Mönche dem Kaiser während eines Aufstands zu Hilfe kamen.
Die während Maos Kulturrevolution fast völlig zerstörten Klosteranlagen wurden 1999 unter der Führung des 34jährigen Mönchs Shi Yongxin innerhalb kurzer Zeit in ein beispielloses Wirtschaftsimperium verwandelt. Der buddhaähnliche Shi, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, schlug 1981 als 16jähriger den Weg zum buddhistischen Mönch ein.
Abt Shi entwickelte das Kloster zu einem global agierenden Unterhaltungskonzern mit weltweit registrierten Markenrechten, eigener Fernsehproduktionsfirma und E-Commerce-Plattform.
Der Aktionsfilm 'Shaolin-Kloster der Rächer' und andere Kung Fu Produktionen machten den Namen Shaolin und die Geschichte des Klosters über die Grenzen Chinas hinaus berühmt. Die Mönche traten bereits weltweit mit ihrer Kung Fu Bühnenshow auf.
Die nahegelegene, vormals sehr ärmliche Kreisstadt Dengfeng erlebte einen beispiellosen Aufstieg, als Millionen Touristen praktisch über Nacht das Kloster besichtigen wollten.
Mittlerweile gibt es dort 70 Kung Fu Schulen mit zahllosen Anwärtern, die alle von Ruhm und Ehre träumen - mehrere Franchise Kloster sind in Hongkong, Australien und Kanada geplant.
Shi gründete die Shaolin Temple Industrial Development Ltd., vermietet das Kloster an Fernsehshows und verkaufte die Werberechte für den Namen an Hunderte von Firmen und ein taiwanesisches Online-Casino.
Eine eigens gegründete Holdinggesellschaft soll aus Einnahmen von Aktienverkäufen weitere Projekte wie eine vegetarische Restaurantkette und Yogaschulen finanzieren. Ein geplantes Shaolin Krankenhaus soll ‚geheime Rezepte der Mönche' vermarkten.
Tradition, Kommerz und Show sind miteinander verschmolzen. Chinesen begeistern sich für den Wallfahrtsort als Symbol für wirtschaftlichen Erfolg und chinesischen Kapitalismus, der einzig verbliebene Glauben nach zu vielen ideologischen Wechselbädern. Abt Shi erklärt dennoch unbeirrt die weltweite Verbreitung der Buddhismus als Shaolins Hauptinteresse.
 
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/623/485054/text/

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» Taiwan «

Schlimmster Taifun seit 50 Jahren
 
Morakot, der schwerste Taifun seit 50 Jahren, hat vor allem in Taiwan schwere Schäden verursacht, zehntausende von Menschen betroffen und zahlreiche Todesopfer gefordert. Ein sechstöckiges Hotel stürzte auf schlammigem Untergrund ein, die Gäste konnten sich noch in Sicherheit bringen. Schwere Erdrutsche vor allem im Süden, die Brücken zum Einsturz brachten, und ganze Dörfer samt Einwohnern unter sich begruben, sorgten für pausenlosen Einsatz von Militär und Rettungskräften. Der Schaden beläuft sich nach erster Schätzung auf über 70 Mio Euro.
In China mussten 1.4 Millionen Menschen ihre Hääuser verlassen, der Schaden wird auf etwa 620 Mio. Euro geschätzt.
In Japan forderte Taifun ‚Etau' mindestens 13 Tote, Hunderte von Hääusern wurden überschwemmt oder vom Wasser eingeschlossen, viele Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
 
Quelle: Süddeutsche, 24.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/panorama/199/483642/text/

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Peking kritisiert Taiwanreise des Dalai Lama
 
Der Dalai Lama, geistliches Oberhaupt von Tibet, darf auf Drängen der Opposition Taiwan besuchen, um den Opfern des Taifuns geistlichen Beistand zu leisten und für sie zu beten. Die Führung in Peking, die im April zum Zeichen der Annäherung Chinas und Taiwans eine direkte Flugverbindung zum Inselstaat genehmigte, hat den bevorstehenden Besuch scharf kritisiert, erhält aber geplante 270 Direktflüüge von 32 Fluglinien auf 32 Routen aufrecht.
Dennoch betrachtet Peking Taiwan genauso wie Tibet immer noch als abtrünnige Provinz.
 
Quelle: Süddeutsche, 27.08.2009
http://www.sueddeutsche.de/politik/143/485568/text/

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» Arabische Welt «

Bankenkrise in den Emiraten
 
Zwei saudi-arabische Familienimperien, Saad und Algosaibi, schulden weltweit 120 Banken etwa 15,7 Mrd. Dollar, inländische Banken haben Kredite zwischen 4 und 7 Mrd. Dollar ausstehen. Algosaibi ist hauptsächlich im Finanzgewerbe (Schiffe, Immobilien, Abfüllung von Pepsi) tätig, Saad ist weltweit an zahlreichen Firmen wie dem britischen Hausbauer Berkeley beteiligt. Saudi Arabiens Zentralbank fror die Vermögenswerte der Unternehmen ein, Banken dürfen ihnen keine Kredite mehr gewähren, was bereits einen Liquiditätsengpass auslöste.
Die Banken verringerten bis Mai 2009 die allgemeine Kreditvergabe vor allem bei langfristigen Darlehen um etwa ein Prozent - Hauptgrund ist der massiv gesunkene Ölpreis. In Kuwait ist Global Investment House in Schwierigkeiten und in Bahrain erhielten Gulf International Bank und Arab Banking Corporation, großteils im Immobiliengeschäft tätig, Not-Kapitalspritzen. Immobilienpreise fielen dort zwischen 35 und 50 Prozent mit steigender Tendenz.
Banken der gesamten Region sind sehr vorsichtig und horten Bargeld bei den Zentralbanken, die ausländische Vermögenswerte erwerben und daher wachsende Bilanzen vorweisen können.
Trotzdem meistert Saudi Arabien die Krise bisher recht gut, da es keine Auslandsschulden hat und durch ehemals hohe Ölpreise Reserven horten konnte. Es wird dennoch mit einem Leistungsbilanzdefizit von etwa sechs Prozent gerechnet.
 
Quelle: FTD, 22.07.2009
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:familienangelegenheiten-arabisches-firmendrama-bedroht-banken/543519.html

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Journalistin prangert Schikane gegen Frauen an
 
Die sudanesiche Journalistin Lubna Hussein wurde mit 12 weiteren Frauen von der Ordnungspolizei in einem Restaurant festgenommen, weil sie Hosen trugen. Als UN Mitarbeiterin im Sudan genießt Frau Hussein Immunität, daher bot ihr der Richter die Einstellung des Verfahrens an, was Hussein ablehnte. Sie wünscht den Prozess, zu dem sie 500 Journalisten und Beobachter einlud. Das vor allem im muslimischen Norden des Landes religiös legitimierte Recht der Scharia verbietet Frauen das Tragen von Hosen wegen angeblicher Bedrohung der Werte und Tugenden. Bei Verurteilung drohen 40 Peitschenhiebe und ein Geldbusse von etwa 70 Euro. Die Journalistin will die Vorfälle als Schikane gegen Frauen weltweit bekannt machen.
Der Bericht und die Kritik an der Auspeitschung der anderen Frauen trug einer weiteren Journalistin eine Diffamierungsklage der Ordnungspolizei ein, die auch immer häufiger in private Treffen eindringt. Das Bussgeld soll etwa 283.000 Euro betragen.
Spannungen zwischen dem eher christlichen Süüden und dem islamischen Norden hatte den letzten 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg verursacht.
 
Quelle: Welt, 29.07.2008
http://www.welt.de/politik/ausland/article4219605

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