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Augsburg, November 2009

Inhaltsverzeichnis:

 

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» China «

Premium-Autos deutscher Hersteller bevorzugt
 
    Rosige Zeiten durch positives Image werden deutschen Herstellern von Luxuswagen wie BMW, Daimler und Audi vorhergesagt, die Nachfrage könnte bis 2020 jährlich um etwa drei Prozent steigen, hauptsächlich durch chinesische Kunden. Von 2006 bis 2020 könnte der Verkauf von Luxusfahrzeugen in China von etwa 100.000 auf 1,4 Mio wachsen. Damit ist eine Neudefinition von Begriffen wie "Premium" notwendig, die sich bisher hauptsächlich an europäischem Geschmack orientieren. Spitzenprodukte müssen in Zukunft professioneller verkauft werden.
    Das mit steigenden Gehältern verbundene, wachsende Bedürfnis nach "Basismobilität" in Schwellenländern wird außerdem den Absatz von Super-Billigautos wie dem indischen Tata Nano, der bereits Teile von Bosch oder Continental enthält, innerhalb der nächsten 10 Jahre von rund 2,5 Mio auf etwa 15,4 Mio steigern.
    Vorrangig für den Unternehmenserfolg wird eine Umstrukturierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland mit dem Schwerpunkt auf neuen Märkte und Technologien sein, Hersteller werden weniger und Zulieferer mehr Einfluss gewinnen.
    Trotz leichter Erholung wird die Krise in der deutschen Automobilindustrie noch mindestens ein Jahr anhalten, die Nachfrage soll erst in drei bis fünf Jahren wieder auf den Stand von 2007 steigen. Einem Drittel der Zulieferer und etwa 20 Prozent der Händlerbetriebe droht Insolvenz. Die weltweite Pkw-Nachfrage fiel innerhalb von zwei Jahren von 70 Mio auf knapp 60 Mio, was zu einem Stellenabbau von derzeit 1,4 Mio auf etwa 1,27 Mio Beschäftigte führen könnte. Der starke Schwund in den Bereichen Produktion, Teilefertigung und Handel wird durch einen stark wachsenden Stellenbedarf in Forschung, Entwicklung, Produktion und/oder Service/Reparatur ausgeglichen werden.
 
Quelle: Welt, 02.11.2009, von Marco Dalan und Nikolaus Doll
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5054010/ Autobauer-muessen-indisch-und-chinesisch-denken.html

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Vermögensblase oder dauerhaftes Wachstum?
 
    Die exportorientierte Wirtschaft Chinas mit vor der Krise zweistelligen Wachstumsraten leidet an mangelnder Nachfrage aus dem Ausland, das zweite Quartal lag bei den Exporten um 21,4 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. Dennoch wies das dritte Quartal eine wirtschaftliche Wachstumsrate von fast neun Prozent auf, die industrielle Produktion wuchs um 12,3 Prozent dank des Konjunkturprogramms von 4000 Mrd. Yuan und einer Kreditvergabe von etwa 1000 Mrd. Dollar. Viele Volkswirte erwarten einen vorerst anhaltenden, wirtschaftlichen Aufwärtstrend aufgrund des Anstiegs privater Nachfrage, einem Zuwachs im Dienstleistungssektor und einer soliden Entwicklung im Binnenland. Mitte 2010 könnte sich das Wachstum allerdings verlangsamen. Inflationsdruck durch Rohstoffpreise und ausgehend vom Haus- und Immobilienmarkt lässt einige Experten eine Blase bei Haus- und Vermögenspreisen befürchten.
    Hauptsächlich langfristige Spareinlagen erklären zwar das Verhältnis des Volumens der Geldmenge M2 und BIP von 193 Prozent. Befürchtungen von Vermögensblasen entstehen aber durch das Anwachsen der Aktienindizes in Schanghai und Shenzen um 71 und 96 Prozent, mit rasant steigenden Hauspreisen, die zur Zeit etwas neunmal so hoch wie ein Durchschnittseinkommen sind. Dabei müssen aber versteckte Subventionen berücksichtigt werden, denn viele Chinesen kauften günstig Immobilien von der Regierung, und die Durchschnittshypothek beträgt nur 46 Prozent des Hauspreises im Vergleich zu 76 Prozent in den USA. Dadurch wäre auch ein starker Hauspreisverfall verkraftbar.
    Die Banken meldeten für das dritte Quartal Milliardengewinne, durchschnittlich 32 Prozent Gewinnzuwächse werden für 2010 erwartet. Andererseits dürfen Kreditvergaben an unprofitable Staatsunternehmen nicht vergessen werden, die Ende der 90-er Jahre die Regierung veranlasste, vier staatliche Bad Banks zu gründen. Mindestens ein Drittel der Darlehen wurde nie getilgt. 1999 und 2000 lagerten die Banken Kredite von etwa 1400 Mrd. Yuan zum Nominalwert aus und erhielten dafür zehnjährige Anleihen mit jährlichen Zinsen von 2,25 Prozent.
    Die vier Bad Banks können zwar die Zinszahlungen auf die Bonds verkraften, werden aber laut eigener Aussage nie den Nominalwert zurückzahlen können. Die Regierung verlängerte bereits kürzlich die Laufzeit von Anleihen im Bestand der China Construction Bank.
    Die Regierung löste mit der Aufhebung von Beschränkungen bei der Kreditvergabe eine Geldflut aus, die Banken vergaben mit 8670 Mrd. Yuan an Darlehen 150 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Jetzt plant die Regierung aus Sorge um Spekulationsblasen Regelungen zu vernünftigerer Kreditvergabe mit strikten Eigenkapitalsvorschriften. Die Institute sollen ihren Bestand von anderen Banken begebenen nachrangigen und hybriden Verbindlichkeiten, die bisher zum Eigenkapital zählen, von ihrem Ergänzungskapital abziehen. Dadurch sollen die Banken gezwungen werden, Aktien zu begeben oder die Kreditvergabe zu drosseln, um auf die vorgeschriebene Kapitalquote von zwölf Prozent zu kommen. Die fünf größten Geldinstitute sollen Rückstellungen für notleidende Darlehen, die Ende September 47,37 Prozent der Gesamtmenge ausmachten, erhöhen und die Coverage Ratio auf über 150 Prozent anheben, was den Prozentsatz notleidender Kredite ausdrückt. Ein vierteljährlicher Stresstest für Geschäftsbanken ist außerdem geplant.
    Der seit Jahren von Europa und den USA kritisierte Mangel an Wechselkursflexibilität des Renminbi dauert an, es wird mit einer Aufwertung von drei bis fünf Prozent gerechnet. Die Notenbank Chinas kauft massiv Dollar-Anlagen, um die Währung stabil gegenüber dem Dollar zu halten und hält mit etwa 800 Mrd. Dollar die meisten US-Staatsanleihen weltweit. China wiederholt das Wachstumsmodell vor der Krise mit langjähriger Dollar-Stützungspolitik und hilft durch künstlich niedrigen Außenwert sowohl den eigenen Exporteuren, als auch den USA bei der Finanzierung ihres Defizits.
    Die weltweite Erholung der meisten Einkaufsmanagerindizes auf über 50 Punkte signalisiert eine allgemeine Konjunkturerholung mit China an der Spitze, gefolgt von den USA. Japan und die Euro-Zone schafften ebenfalls den Sprung über die Expansionsschwelle von 50 Punkten. Nur Grossbritanniens Wirtschaft schrumpfte auch im dritten Quartal weiter, langsame Anzeichen der Erholung sind spürbar. Das stärkste Wachstum wird für China vorhergesagt, gefolgt von den USA und Europa, wo die Wirkung des Konjunkturpakets schon wieder abflaut, und zudem die Krisenländer Spanien und Irland den Aufschwung bremsen könnten.
    Generell haben die staatlichen Konjunkturpakete von weltweit über 3000 Mrd. Dollar zusammen mit den niedrigen Leitzinsen der Notenbanken aber Wirkung gezeigt und reichlich Liquidität geschaffen. Nach dem Auslaufen der Stützungsprogramme Ende 2010 wird sich zeigen, ob die private Nachfrage für den Wegfall der Konjunkturhilfen kompensieren kann.
 
Quelle: FTD, 02.11.2009
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:weltwirtschaft-in-fahrt-globaler-aufschwung-beschleunigt-sich/50031942.html <
SZ, 02.11.2009 http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/585/491947/text/
FTD, 27.10.2009
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:konjunkturtreiber-die-grossen-widersprueche-chinas/50028550.html

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Trinkkultur Chinas - Tödliches Kampftrinken
 
    Etwa 50 Milliarden Euro oder ein Drittel des Gastronomiekonsums landesweit werden jährlich für Geschäftsessen ausgegeben und mit Steuergeldern finanziert, hauptsächlich in Form von Reis- oder Hirseschnaps. Die Tradition des Kampftrinkens, vor allem bei Geschäftsessen, gerät durch die wachsende Anzahl von Todesfällen in die öffentliche Kritik, auch wenn das "Auf Ex Trinken" (ganbei) weithin als ehrenvolles Verhalten gewürdigt wird.
    Fatale Konsequenzen sind Herzanfälle, Koma und Gehirnblutungen, das letzte Opfer war Shen Hao, ein Parteisekretär. Er wollte die Entwicklung eines historischen Dorfes vorantreiben, wo Bauern vor 30 Jahren mittels einer geheimen Absprache den Kapitalismus erstmals erfolgreich erprobten und ihr Land erfolgreich und eigenständig bewirtschaften. Nach intensiven Verhandlungen um Immobiliengeschäfte musste Shen Hao nach Hause getragen werden, am nächsten Morgen wurde er tot aufgefunden.
    Viele Städte haben die Trinkgelage bereits verboten, wenn auch nur zur Mittagszeit.
    Aus den Trinkrunden auszusteigen gilt immer noch als respektlos und erschwert es enorm, Geschäfte jeglicher Art abzuschließen.
 
Quelle: SZ, 16.11.2009, von Dominik Stawski
http://www.sueddeutsche.de/panorama/625/493967/text/

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Geschlechtsdiskriminierung bei Bewerbungen
 
    Chancengleichheit für Frauen, eine der größten Errungenschaften des Kommunismus unter Mao Zedong, wird durch einen nachhaltigen Trend zu Sexismus und Diskriminierung bei Neueinstellungen unterminiert, der seit der Rezession noch zugenommen hat.
    Sogar Absolventinnen von Elitehochschulen mit ausgezeichneten Noten werden trotz gesetzlichem Verbot der Diskriminierung am Arbeitplatz immer öfter mit Anspielungen auf Geschlecht und spätere Heirat und Schwangerschaft abgewiesen. Viele Großunternehmen stellen Frauen heute nur noch für schlechtbezahlte, einfache Jobs ein, sie werden häufig lediglich als Heiratsmaterial für männliche Kollegen betrachtet, obwohl viele Frauen heute auch in gut bezahlten, modernen Jobs tätig sind. Viele Staatsbetriebe und Ministerien stellen diesen Herbst fast nur noch Männer ein. Auch Beamtenposten werden bevorzugt mit Männern besetzt, Führungspositionen für Frauen öffnen sich noch seltener als früher und weniger Lohn für dieselbe Arbeit wie Männer wird genauso praktiziert wie anderswo auf der Welt.
    Resignierte Frauen bewerben sich bereits mit offenherzigen Fotos und Hinweisen auf körperliche Vorzüge.
 
Quelle: SZ. 27.10.2009, von Henrik Bork
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/143/492499/text/

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Spielsucht Baccarar
 
    Macau besitzt mit dem Venetian das größte Kasino der Welt und macht mittlerweile mehr als doppelt soviel Umsatz wie Vegas. Die bis 1999 portugiesische Kolonie eine Bootsstunde westlich von Hongkong war einst für dunkle Spielhöllen, Mord, Drogen und Prostitution berüchtigt.
    2002 wurde der Glücksspielmarkt liberalisiert, und amerikanische Riesenunternehmen wie MGM oder Wynnoder Sands haben circa acht Milliarden Dollar dort investiert. Es gibt inzwischen 32 Kasinos mit elf Millionen Besuchern im vergangenen, ersten Halbjahr, davon die Hälfte aus der Volksrepublik und 30 Prozent aus Hongkong.
    Chinesen sind traditionsgemäß leidenschaftliche und maßlose Spieler, aber nur in Macau dürfen sie legal um Geld spielen. Beim Lieblingsspiel Baccara legt bei einigen Partien jeder Spieler bis zu rund zwei Millionen Euro auf den Tisch.
    In Macau begehen jährlich etwa zehn Spieler Selbstmord, Familien zerfallen, Beamte verspielen öffentliche Gelder oder "waschen" Bestechungsgeld, Unternehmer aus der Provinz Zhejiang alleine verspielten 2008 etwa 191 Mio US Dollar inklusive mancher Unternehmen und damit vielen Arbeitplätzen. Auch wenn das Mindestalter der Spieler jetzt auf 21 Jahre angehoben wurde, verfallen unzählige, junge Leute der Spielsucht, da viele Kasinos mitten in Wohnvierteln liegen.
    Etwa 45.000 der rund 500.000 Einwohner Macaus sind in der Glücksspiel-Branche tätig, die Anzahl der Spieltische soll mittelfristig auf 6000 steigen.
    Die Regierung Chinas versucht, durch Einschränkung der Einreiseerlaubnis für verschiedene Provinzen die ausufernde Spielleidenschaft in Damm zu halten. Auch Angestellte des öffentlichen Diensts dürfen nur drei Tage im Jahr in Kasinos spielen - einige, vor allem Glücksspiel-Inspektoren haben das längst aufgegeben, sie haben zuviele Selbstmorde miterlebt.
    Immerhin sorgen die Kasinos mit über vier Milliarden Euro Steuern jährlich für 75 Prozent von Macaus Gesamteinnahmen.
 
Quelle: SZ, 10.11.2009, von Marcel Grzanna
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/573/493915/text/

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Twitter protestieren gegen Zensur von Webseiten
 
    Der Zugang zur vom Kulturprojekt Berlin GmbH zu 20 Jahren Mauerfall geschalteten Internet-Seite Berlintwitterwall.com, auf der Menschen weltweit ihre Gedanken zum Mauerfall äußern können, ist von China gesperrt worden, nachdem die Anzahl chinesischer Beiträge rapide zunahm. Die chinesische Webinitiative "China Great Firewall" hatte auf die Seite verwiesen als Plattform für Proteste gegen die Web-Zensur in China.
    "digi 1980s" will von Nutzern wissen, welche Mauern weltweit noch fallen sollten und www.twitter.com/fallofthewall beschäftigt sich mit historischen Fakten zur friedlichen Revolution.
 
Quelle: Welt. 29.10.2009,
http://www.welt.de/berlin/article5018166/8

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» Taiwan «

Chefökonom der Weltbank zitiert Mao und Engels e
 
    Der gebürtiger Taiwanese Justin Yifu Lin, 58, floh mit 27 übers Meer nach China, studierte in Peking politische Ökonomie, promovierte an der für Marktliberalismus bekannten Universität Chicago und kehrte wieder nach China zurück. Er ist unter anderem Gründer und Direktor des chinesischen Zentrums für Wirtschaftsforschung, Professor für Ökonomie an der Uni Hongkong und seit Ende der 90er-Jahre wichtigster Wirtschaftsberater der chinesischen Führung.
    Seit 2008 ist er außerdem der Chefökonom der Weltbank in Washington, der erste Chinese und Angehörige eines Schwellenlandes auf diesem Posten, den bisher nur westliche Ökonomen innehatten.
    Kürzlich besuchte er zur Inspiration das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin und zitierte in seinem hochinteressanten Vortrag Mao Zedong, Engels, und Deng Xiaoping genauso wie Adam Smith.
    Ihn interessiert vor allem die Ursache von Reichtum und Armut der Länder und wie unterentwickelten Ländern die ökonomische Aufholjagd gelingen kann. Dazu gehören laut Lin vor allem gut entwickelte Institutionen, ins Leben gerufen durch die Regierung als oberste Institution, die mit guten oder schlechten Ideen ökonomischen Wohlstand eines Landes erreichen kann oder nicht.
    Lin könnte einen Umdenkprozess bei der Weltbank bewirken, die bisher Geld nur im Gegenzug für liberale Reformen wie Privatisierungen und Martköffnung bewilligte.
 
Qeulle: SZ. 16.11.2009, von Daniel Steinmaier
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article4885182/Marxwirtschaftler-aus-Taiwan.html

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» Japan «

Arbeiten bis zum Umfallen
 
    Etwa 150 Japaner sterben jährlich an Hirnblutung, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Selbstmord am Arbeitsplatz durch Überarbeitung, die Tendenz ist durch den Druck der Rezession steigend. Das "Karoshi" genannte und seit den 60-er Jahren bekannte Phänomen wird erst seit kurzem von den Arbeitsbehörden anerkannt, deren Richtlinien für die Diagnose, und damit der Auszahlung von Hinterbliebenenrente bei 100 Überstunden pro Monat liegt. Zwei Drittel aller japanischen Männer leisten etwa 20 unbezahlte Überstunden monatlich, viele mehr, sogar im Schichtbetrieb, was zudem tragische Auswirkungen auf das Familienleben nach sich zieht.
    Arbeitgeber rechtfertigen sich bisher damit, dass das Gemeinschaftswohl wichtiger als individuelle Bedürfnisse sei - eine kulturelle Eigenheit.
    Eine McDonalds Filiale wurde nach dem Tod einer 41- jährigen Mitarbeiterin gerichtlich zur Nachzahlung von Überstunden verurteilt. Die Arbeitsverträge des Unternehmens enthielten außerdem widerrechtliche Formulierungen zur Rechtfertigung unbezahlter Überstunden. Klagen können sich allerdings jahrelang hinziehen.
 
Qeulle: SZ. 16.11.2009, von Christoph Neidhart
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/258/492613/text/

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» Malaysia «

Zu wenig Palmöl aus kontrolliertem Anbau
 
    Palmöl, das meistverkaufte Öl der Welt, ist laut Angaben des WWF in rund 50 Prozent aller Lebensmittel in europäischen Supermärkten enthalten, und auch ein fester Bestandteil deutscher Haushalte. Ein wachsender Anteil wird zudem für die Erzeugung von Biosprit benutzt.
    Ölpalmen wachsen nur in den Tropen, Malaysia und Indonesien sind Haupterzeuger mit Milliardeneinnahmen, die weltweite Produktion in 2008 betrug 40 Mio Tonnen. Greenpeace schätzt, dass in Indonesien jede Minute eine Urwaldfläche von rund fünf Fußballfeldern gerodet wird, um Ölpalm-Plantagen anzulegen.
    Die meisten der größten verarbeitenden Händler und Hersteller zeigen kein Problembewusstsein, nur zehn verwenden Palmöl aus kontrolliertem Anbau.
    Dazu gehören Sainsbury, Marks&Spencer, Unilever, The Body Shop, Cadbury, L'Oreal, Migros und Coop. Henkel belegte Platz 12 bei den Haushaltswarenherstellern. Aldi , Metro und andere haben auf Anfragen des WWF erst garnicht reagiert. Rewe und Edeka verwenden dagegen Alternativen wie Sonnenblumenöl.
    Der erst kürzlich gegründete runde Tisch für Palmöl aus kontrolliertem Anbau (RSPO) will der Urwaldabholzung entgegenwirken.
 
Quelle: SZ, 02.11.2009, von Silvia Liebrich
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/293/492648/text/

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» Arabien «

Milliardenschulden durch zerstrittene Familienunternehmen
 
    Arabische Banken gewährten bisher Firmen mit hohem Familienvermögen großzügig Kredite, da diese sehr auf ihren Ruf bedacht und Zahlungsausfälle damit undenkbar waren. Die Kreditvergabe soll allerdings drastisch gedrosselt werden aufgrund der Zahlungsunwilligkeit der Konglomerate Saad Group und Ahmad Hamad Algosaibi and Brothers (AHAB), die über 100 internationalen und heimischen Banken 15 bis 20 Milliarden Dollar schulden. Beide Familienunternehmen verweigern zudem eine Einigung mit den Banken, da sie sich gegenseitig des Milliardenbetrugs beschuldigen. AHAB behauptet, es sei um die geschätzten Schulden von 9,2 Milliarden Dollar von Saad betrogen worden, Saad streitet das ab. Die Banken sorgen sich zunehmend um die Chancen auf Schuldenrückzahlung, einige haben den Rechtsweg eingeschaltet. In Zukunft fordern Banken mehr Transparenz vor der Kreditvergabe.
    Das Engagement der heimischen Banken gegenüber der Konglomerate beläuft sich laut Ratingagentur Standard & Poor's bei 10 der 30 bewerteten Banken auf über zehn Prozent des Adjusted Total Equity (ATE), welches Aktienkapital, einbehaltene Gewinne, hybride Instrumente und Genussscheine umfasst. Bei drei Banken sind es über 20 Prozent.
    Die Restriktionen bei der Kreditvergabe wird hauptsächlich die bereits betroffenen kleinen und mittelständischen Firmen treffen, eine weitere Folge ist eine langsamere Erholung von der Wirtschaftskrise.
 
Quelle: FTD, 26.10.2009,
http://wirtschaft.t-online.de/saudi-arabien-arabisches-familiendrama-macht-banken-vorsichtig/id_20344978/

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König begnadigt Journalistin
 
    Der 85-jährige König Abdullah von Saudi Arabien hat eine Journalistin begnadigt, die zu 60 Peitschenhieben verurteilt worden war, nachdem sie an einer von einem libanesischen Sender übertragenen Fernsehshow teilnahm, in der ein Mann über sein ausuferndes Sexleben sprach. Der Sender hätte keine Lizenz für Arabien, war die offizielle Begründung für das Urteil.
    Der offenherzige Mann wurde zu 1000 Peitschenhieben und fünf Jahren Haft verdonnert.
    Die Scharia, das islamische Recht in Saudi Arabien, verbietet außerehelichen Sex und Anstiftung zur Unmoral. Dieben wird immer noch eine Hand abgehackt, Mörder und Vergewaltiger werden öffentlich geköpft. Eine 19-jährige, die von sieben Männern vergewaltigt worden war, wurde allerdings zu 200 Hieben verurteilt, da sie sich mit einem Mann im Auto befand, der weder ihr Gatte noch ein Verwandter war. Auch hier sprach der König eine Begnadigung aus.
 
Quelle: Süddeutsche, 02.11.2009,
http://www.sueddeutsche.de/panorama/973/492331/text/

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