http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/269/499545/text/
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Inflationsgefahr durch Kreditwachstumn
Im dritten Quartal letzten Jahres wuchs Chinas Bruttoinlandsprodukt um 8,9 Prozent, da die Banken zur Ankurbelung der Wirtschaft das Darlehensvolumen massiv ausgeweitet hatten.
Der Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft mit Vermögensblasen und Inflation will die Notenbank jetzt durch die Erhöhung des Mindestreservesatzes und dem Zinssatz für einjährige Schatzwechsel um acht Basispunkte auf 1,8434 Prozent entgegensteuern. Man rechnet auch mit einer Erhöhung des Leitzinses.
Peking will die Kreditvergabe auf dem gegenwärtigen Niveau halten, die Banken vergaben in der ersten Januarwoche Kredite in Höhe von 600 Mrd. Yuan. Das starke Kreditwachstum könnte aber mittelfristig die Teuerung verschärfen, da Binnennachfrage und Exporte weiter wachsen. Chinas Ausfuhren stiegen im Dezember um 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wodurch die Zentralbank noch mehr Liquidität aufsaugen muss.
Trotz Chinas Versicherung, das Bankensystem sei in optimalem Zustand, und notleidende Kredite auf das niedrigste Niveau aller Zeiten gefallen sind, könnten sich alle bisherigen Aktionen zur Inflations-Eindämmung als unzulänglich erweisen.
Die Kapitalausstattung der Banken dürfte geringer sein als angenommen. Da die Geldinstitute zur weiteren Kreditvergabe immer mehr außerbilanzielle Vehikel nutzten, erhöhten sich auch die Kreditrisiken.
Quelle: FTD, 08.01.2010, von Tobias Bayer
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:angst-vor-ueberhitzung-china-bremst-seine-banken/50059141.html
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Längste Brücke der Welt in Planung
China will bis 2015 Hongkong und Macao zu einem Wirtschaftszentrum verschmelzen und baut eine sechsspurige Konstruktion mit 35 km als Brücke, 5,5 km als Straßentunnel unter Wasser und zwei künstlichen Inseln als Anschlussstellen. Die Kosten des Projekt von 7,6 Milliarden Euro teilen sich China, Hongkong und Macao. Die Meeresbrücke mit Stützen in Höhe von 170 Metern soll Windgeschwindigkeiten bis 201 km und Erdbeben bis Stärke 8 standhalten.
Der World Wide Fund for Nature (WWF) befürchtet trotz gegenteiliger Versicherungen der Regierung sowohl eine Zerstörung des Meeres-Ökosystems als auch die Gefährdung der seltenen weißen Delphine im Perlfluss-Delta.
Die bisher längste Brückenverbindung über Wasser besteht derzeit in New Orleans.
Qeulle: Süddeutsche. 23.12.2009, von Günther Fischer
http://www.sueddeutsche.de/automobil/133/498427/text/
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Ein taiwanesischer Alfred Krupp
US-Computerkonzerne kauften schon in den 80er Jahren gerne bei Billigzulieferern in Taiwan und Singapur, die sich wie Hon Hai, aber auch Qanta, Compal und andere sehr schnell genug Wissen aneigneten, um komplette eigene Rechner zu bauen.
Der verschwiegene Milliardär Terry Gou aus Taiwan ist Gründer und Chef des unauffälligen Elektronikgiganten Foxconn, Mittelpunkt des weltweit größten Industriestandorts Shenzen. Diese seit den 80er-Jahren bestehende Sonderwirtschaftszone Chinas bedeutet für Taiwans Unternehmer deutlich billigere Produktionskosten. Gou hat dort die größte Fabrik der Welt errichtet mit fast 500.000 Beschäftigten zu Billigstlöhnen aus armen Gebieten Chinas, die auch auf dem Gelände wohnen und in Massenschlafsälen untergebracht sind.
Bald will Gou dort nur noch Akademiker zur Soft- und Hardware-Entwicklung anstellen, die Produktion soll in noch billigere Länder wie Vietnam und Zentralchina verlegt werden.
Gou hält sich völlig bedeckt, gibt kaum Interviews und will keine eigene Produktmarke. Sein Unternehmen produziert alles Vorstellbare der Elektronikbranche. Sein bester Kunde war Apple mit dem geheimgehaltenen Produktionsauftrag des iPhones, ebenfalls im Gespräch ist die dortige Herstellung von Apples zukünftigem Table-PCt, einem leichten, flachen Designcomputer aus gehärtetem Glas, der mit Fingerbewegungen zu steuern ist.
Foxconns Mutterkonzern Hon Hai Precision Industry fixiert sich auf Basistechnologien, da die Elektronikhersteller wie z.B. die amerikanische Palm Kosten senken müssen. Gous Unternehmen haben sich bereits klammheimlich weltweit angesiedelt. Beispiele sind der Bau einer Computerfabrik mit HP in Russland, die Übernahme eines Dell Werks in Polen und eines von Motorola in Mexiko. Mit Media Saturn will Gou mit deutschem know how eine chinesische Elektronikmarktkette aufbauen. Ein Computerchipwerk Hon Hais wird Solarzellen produzieren und in Indonesien soll durch Kohleabbau Benzin destilliert werden.
Apple hat jetzt allerdings statt Foxconn die Asutek-Tochter Pegatron mit der weiteren Produktion des iPhones beauftragt. Ein Zusammenhang der Entscheidung mit dem Selbstmord des jungen Foxconn Angestellten Sun, der nach dem Verlust eines iPhone Prototyps scharf verhört und bedroht wurde, wird von Apple dementiert.
Qeulle: SFTD. 11.01.2010, von Thomas Wendel und Claudia Wanner
http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:agenda-taiwans-lautloser-i-phone-bauer/50058594.html
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Super-Sonderangebote tarnen Deflation
Japans 2,2 Prozent niedrigeres Preisniveau gegenüber dem Vorjahresmonat weist auf eine Deflation hin, die sich zu einer Spirale entwickeln könnte, auch wenn der Preisverfall für die Kunden bisher noch als Sonderangebot getarnt wird.
Deflation, definiert als deutlicher, anhaltender Preisrückgang für Waren und Dienstleistungen drückt Kaufkraft und Kauflust der Japaner, deren Boni schrumpfen, die einen bedeutenden Teil ihres Gehalts ausmachen. Die Bevölkerung muss sparen und ersetzt sogar technische Geräte nicht mehr so verfrüht wie üblich. Elektronikketten erkennen den Trend und verkaufen "aufgefrischte" Gebrauchtgeräte wie Laptops, die ihrerseits aber wieder den Preis neuer Laptops drücken.
Fachgeschäfte müssen schließen und werden durch 100-Yen-Ladenketten wie Daiso (entsprechend deutschen 1 Euro Läden) mit tausenden Filialen landesweit ersetzt. Auch Geschäfte mit Luxusmarken müssen für billigere Geschäftsketten wie z.B. H&M oder GAP Platz machen. Jeans für fünf Euro, deren bereits billiger Herstellungsort von China nach Kambodscha verlagert wurde, wetteifern mit CDs bekannter Labels für sieben oder acht Euros. Aufmerksame Kunden brauchen kaum mehr reguläre Preise zu bezahlen, da fast alle Läden den einen oder anderen Artikel als Sonderangebot führen. Verdient wird an diesen "Schnäppchen"jedoch schon längst nichts mehr.
Qeulle: Süddeutsche. 09.12.2009, von Christoph Neidhart
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/682/496992/text/print.html
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Missverstandene Bezeichnung "Allah"
Im fortschrittlichen Malaysia wollen strenggläubige Muslime Christen verbieten, den Namen "Allah" zu verwenden. Nach der Benutzung des Wortes in einer katholischen Zeitung wird in Kirchen Feuer gelegt.
Der Grund liegt in einem völlig fehlverstandenen, exportierten Islamverständnis. Die Tatsache, dass arabisch-sprachige Christen kein anderes Wort für "Gott" als "Allah" haben, ist scheinbar nur Muslimen im Nahen Osten bekannt. Dem Koran nach haben Christen auch keinen anderen Gott als Muslime, denn "Allah" gehört nicht nur einer Religion an - "Allah" ist einzig.
Quelle: Welt, 11.01.2010, von Daniel-Dylan Böhmer
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5803364/Allah-ist-fuer-alle-da.html
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Verurteilter Premierminister sorgt für Spannungen
Die Spannungen zwischen den Nachbarländern Thailand und Kambodscha sind wieder aufgelebt.
Kambodscha ernannte den wegen Machtsmissbrauchs verurteilten und per Haftbefehl gesuchten früheren Premierminister Thailands, Thaksin Shinawatra, zum Regierungsberater.
Einem geplanten Auslieferungsgesuch Thailands ging der Rückruf seines Botschafters aus Kambodscha voraus. Kambodschas Regierungschef tat dasselbe, indem er die Verurteilung Thaksins als rein politisch motiviert verurteilte.
Ein gemeinsames Öl- und Gasförderungsprojekt beider Länder wurde von Thailand gekündigt.
Quelle: Welt, 10.11.2009,
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5803364/Allah-ist-fuer-alle-da.html
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Apec gegen Währungspolitik Chinas
Seit Peking 2008 den Renminbi an den Dollar koppelte, und dieser gegenüber zahreichen asiatischen Währungen abgewertet hat, kann China die Konkurrenz mit günstigen Produkten übertrumpfen.
Durch den unterbewerteten Renminbi überschwemmt China den amerikanischen Markt mit Billigprodukten, hat selbst aber keine Kaufkraft für US Importe mit der Folge eines riesigen Leistungsbilanzdefizits der USA. Bei seiner letzten Chinareise sprach Barack Obama eine Abwertung der chinesischen Währung an, bisher erfolglos.
Asiaten und Amerikaner verbündeten sich kürzlich auf dem Treffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) in Singapur mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Papiers mit der Forderung nach marktorientierten Wechselkursen.
Die asiatischen Zentralbanken müssen vorläufig noch mit hohen Kosten intervenieren, um eine gleichzeitige Abwertung von Dollar und Renminbi abzuwehren. Auch für Deutschland wird das Exportgeschäft mit China schwieriger.
Die Appelle der Internationalen Staatengemeinschaft, und vor allem die Aufrufe der Schwellenländer könnten die bisher rigide Wechselkurspolitik Pekings aufwesichen.
Die Bank of China hat bereits signalisiert, den Renminbi künftig an den Trends der wichtigsten Währungen zu orientieren
Quelle: FTD, 19.01.2010, von Christiane von Hardenberg
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:wechselkurspolitik-asien-unterstuetzt-obama-im-waehrungsstreit-mit-china/50039525.html
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Solides Wachstum durch stabile Konsumfreude
Die Asienkrise 1997/98 sorgte in Indonesien für Reformen, die in geringer Staatsverschuldung, einem gesunden Banksektor und strikter Regulierung des Finanzmarkts resultierten.
Die Regierung reagierte daher auf die jüngste Krise umgehend mit einem Konjunkturpaket, die Banken halfen mit Zinssenkungen und Erleichterungen bei der Kreditaufnahme, der öffentliche Bereich erhöhte die Gehälter. Die weltweit viertgrößte Bevölkerung des Inselstaats konsumierte trotz Wirtschaftskrise unverdrossen weiter und sorgte auch 2009 für ein Wachstum von etwa vier Prozent. Für 2010 sind 5,4 Prozent vorhergesagt.
Trotz starken Exporteinbruchs Anfang 2009 stiegen die Ausfuhrzahlen schon im zweiten Quartal. Als starker Rohstofflieferant profitiert Indonesien zudem von Konjunkturprogrammen anderer Länder, vor allem Chinas.
Die einzigen Risikofaktoren des Landes könnten Inflation, politische Instabilität, Korruption und Naturkatastrophen darstellen.
Quelle: FTO, 11.01.2010, von Young-Sim Song,
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:asiens-gewinner-teil-4-indonesien-reformen-gesaet-wachstum-geerntet/50058798.html
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