http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/417/508561/text/
nach oben
Koreanischer Staatsfonds investiert in Sony Center
Der staatliche, südkoreanische Pensionsfonds will das Wahrzeichen des "Neuen Berlins", das Areal des Sony Centers kaufen, das Anfang 2008 für geschätzte 600 Mio. Euro vom Morgan Stanley Real Estate Funds erworben wurde mit dem Hauptmieter Deutsche Bahn auf zehn Jahre. Der Pensionsfond kaufte Ende 2009 bereits die Londoner Zentrale der britischen Bank HSBC für etwa 860 Mio. Euro, die sie danach wieder zurückmietete.
Die Immobilienfonds der US-Investmentbank, die vor der Finanzkrise über zehn Mrd. Euro in den deutschen Immobilienmarkt investierte, verlor durch zu hohe Verschuldung der Fonds bereits einen Teil ihrer Objekte an Banken.
Aufgrund des seit Jahresbeginn stark gestiegenen Preisabschlags geht man bei dem eingefrorenen, offenen Immobilienfond von weiteren massiven Wertberichtigungen aus, da der Börsenpreis derzeit etwa 23 Prozent unter dem angegebenen Nettoinventarwert liegt (Vermögen abzüglich Schulden).
Diese erste seit der Krise geplante große Investition eines asiatischen Staatsfonds, auf die man bisher vergeblich wartete, stimmt den seit einem Jahr stagnierenden deutschen Immobilienmarkt optimistisch. Der weiter bestehende Ruf Deutschlands als relativ gesunde Volkswirtschaft reizt zur Zeit hauptsächlich Käufer mit hohem Eigenkapital, weniger Investoren in Form von Schnäppchenjägern.
Qeulle: FTD, 25.03.2010 von Meike Schreiber
http://www.ftd.de/finanzen/immobilien/:wahrzeichen-zum-verkauf-koreanischer-staatsfonds-greift-sich-berliner-sony-center/50093134.html
nach oben
Medaillenfieber in Vancouver
Südkorea, das sich in den letzten Jahrzehnten von einem der ärmsten zu einem der reichsten Länder der Welt gemausert hat, holte bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver zehn Medaillen - die Athleten, vor allem die Eiskunstlauf-Siegerin Kim Yu Na werden wie Volkshelden gefeiert. Medaillen beim Shorttrack, Eiskunst- und Eisschnelllauf gewannen dem Land einen Platz im Bereich der traditionell starken Wintersportnationen. Die Bewerbung des Wintersportorts Pyeongchang für die Olympischen Spiele 2018 wird zudem als Beginn eines neuen koreanischen Sportzeitalters betrachtet.
Gezielte Förderung, hartes Training mit wissenschaftlich untermauerten Systemen und immer mehr Sponsoring trugen zum Erfolg der Mannschaft bei. Das Prämien-Punktesystem des Nationalen Olympischen Komitees ist ein zusätzlicher starker Anreiz, da eine Goldmedaille bereits die Maximalpunktzahl bedeutet und damit eine lebenslange Auszahlung von etwa 638 Euro monatlich. Männliche Gewinner einer Gold-, Silber- oder Bronzemedaille sind gleichzeitig von der Wehrpflicht befreit.
Trotz der Defizite in anderen Schneesportarten prophezeit Südkorea seinen jungen Athleten eine glänzende Zukunft.
Quelle: FTD, 24.02.2010,
http://www.ftd.de/sport/olympia/topnews/:das-neue-powerhouse-suedkorea-im-olympia-fieber/50079696.html
nach oben
Sudan: Gebietstrennung unumgänglich
Fünf Jahre nach Ende des Bürgerkriegs zwischen Nord und Süd finden im Sudan, dem größten Land Afrikas mit 25 Bundesstaaten und 16,5 Mio. registrierten Wählern Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, seit 24 Jahren die ersten Wahlen, zu der verschiedene Parteien antreten. Die Wahlen dauern wegen schlechter Infrastruktur drei Tage, der teilautonome Süden wählt einen eigenen Präsident und ein eigenes Parlament.
Beobachter rechnen trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen mit Wahlbehinderungen. Nach Einschüchterungsaktionen gegen die
Oppositionsparteien und deren teilweisen Boykott mit dem Rückzug fast aller Kandidaten im Norden gilt die Wiederwahl von Präsident Omar al-baschir als sicher.
Für viele Südsudanesen ist dies der erste Urnengang ihres Lebens. Viele der in Flüchtlingslagern lebenden Menschen in der Krisenregion Darfur konnten sich außerdem nicht als Wähler registrieren lassen.
Der Sudanese Hassan al-Turabi, ein einflussreicher politischer Aktivist, Führer und bekannter Islamgelehrter, politisch aktiv seit über 40 Jahren, wurde in Verlauf seines Lebens mehrfach
interniert oder unter Hausarrest gestellt, vor allem nachdem er Präsident Baschir aufforderte, sich wegen Kriegsverbrechen in Darfur dem Internationalen Gerichtshof zu stellen.
In einem Interview für den arabischen Nachrichten- und Fernsehsender Al Jazeera, bekannt für überparteiliche Berichterstattung, nahm al-Turabi zu den Wahlen und der Situation im Sudan Stellung.
Al-Turabi, der im Westen studiert hat, beschreibt sich als reformierter freier Denker und Schriftsteller und meint, demokratischer Sozialismus sei der beste Weg für alle. Er rechnet weder mit einer fairen Wahl noch mit einer demokratischen Regierung, sieht den Wahlprozess aber als ersten Schritt in die richtige Richtung für ein zukünftig friedlicheres Land, vor allem nach dem Friedensabkommen mit dem Süden. Eine Abtrennung des Südens nach der Wahl sei unvermeidlich, er hofft auf einen konfliktfreien Teilungsprozess und im Verlauf der politischen Weltentwicklung auf eine spätere Wiedervereinigung. Eine gesamte Neubestimmung der Grenzen aller Nachbarstaaten sei notwendig, auch um die vom Kolonialismus künstlich etablierten Grenzen abzuschaffen. Durch die Situation in Darfur könnten acht Mio. Menschen kein normales Leben führen und es sei extrem unbefriedigend, dass so viele nicht an den Wahlen teilnehmen konnten.
Al Turabi, einst Gründer der Nationalen Kongresspartei NCP und mittlerweile deren Gegner, erklärt seine Positionsänderung durch die Entfremdung der Partei von den wahren Werten des Islam. Deren Hauptziel sei nur noch, alles und jeden sowohl im privaten- wie öffentlichen Bereich zu kontrollieren. Die Werte hätten sich auf Alkoholverbot und eine Kleiderordnung für Frauen reduziert, Parteimitglieder selbst richten sich nicht danach.
Al-Turabi rechnet mit einem manipulierten Wahlausgang, den er offen kritisieren werde. Er sieht aber dennoch die Chance, dass durch aktive Politiker aus verschiedensten Parteien eine Neuverteilung der Machtverhältnisse und eine spätere Regimereform in die Wege geleitet werden könnte. All dies sei besser als eine neuerliche Krise und Revolution und der völligen Disintegration des Landes. Man müsse die Realität akzeptieren und mit Optimismus langfristig in die Zukunft denken.
FTD, 11.04.2010; Al Jazeera, 16.04.2010;
http://www.ftd.de/politik/international/:parlaments-und-praesidentenwahlen-erster-urnengang-nach-buergerkrieg-im-sudan/50099202.html
http://www.ftd.de/politik/international/:wahlen-im-sudan-haben-begonnen/50099175.html
http://english.aljazeera.net/focus/sudanelection/2010/04/201041695818247859.html
nach oben
Zurück zum Nachrichtenzentrum