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Augsburg, März 2010

Inhaltsverzeichnis:

 

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» China «

Peking fördert heimische Autobranche
 
    Peking will den Marktanteil heimischer Autohersteller von derzeit einem Drittel bis 2015 auf 40 Prozent steigern. Von den vier großen Staatsfirmen, die durch Joint Ventures mit Herstellern wie Volkswagen, Toyota, Nissan oder Ford gestärkt werden, sollen in zwei Jahren zwei oder drei der Markenhersteller jährlich mehr als 2 Mio Wagen, vier oder fünf kleinere Firmen eine Million Autos produzieren, eine eigene heimische Elektroautoindustrie wird ebenfalls gefördert. Da durch die Halbierung der Steuer beim Kauf kleiner Autos die Verkäufe boomen, haben die Firmen keine Einwände gegen die geplante Regierungsvorgabe.
    Den Vorbehalten privater Hersteller gegen die Aufforderung zur Marktbereinigung will Peking durch Steuernachlässe bei Firmenfusionen entgegenwirkten. Ende 2009 fusionierte Chongqing Changan Automobile mit zwei kleineren Firmen, wodurch der Ford-Partner auf Platz zwei der heimischen Autobauer vorrückte.
    Bei diesem außergewöhnlichen Zusammenspiel von Regierung und chinesischen Herstellern haben ausländische Partner kein Mitspracherecht. Bei Fusionen werden die dazugehörigen Joint Ventures oft gleich mit integriert.
 
Quelle: FTD, 29.04.2010
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:automobilbranche-peking-draengt-autobauer-zu-fusionen/50105135.html

 

Neue Botschaft der Harmonie
 
    Rund 5,1 Mrd. Euro will China in fremdsprachige Medien investieren, um das Image der Kommunistischen Partei weltweit zu verwandeln. Die KP habe China nämlich in einem Reformprozess in ein friedliches, wohlhabendes Land verwandelt, in dem alle harmonisch zusammenleben. Bisher erklärten chinesische Medien die restliche Welt hauptsächlich mit der Theorie der drei „Leiden“, die man in den Griff bekommen müsse. Mit der Abschaffung von Fremdmächten und dem Hungerproblem bleibt noch das letzte Leiden: die Verleumdung der KP als letztes Mittel des Westens im Kampf um die Vormachtstellung in der Welt.
    Einige ausländische Medien stimmen dem Vorwurf der überdurchschnittlich häufigen Berichterstattung über Umweltverschmutzung, Korruption und Menschenrechtsverletzungen aus China zu, aber für Anderes bleibe ja kaum Platz.
    Die Kampagne zur Imageverbesserung begann schon 1989 (Massaker am Platz der Himmlischen Friedens), als eine internationale PR-Firma beauftragt wurde, die weltweite Rufschädigung zu begrenzen. Danach wurde eine staatliche Zensur- und Koordinierungsbehörde gegründet, die den Reformprozess und die Harmoniebemühungen Chinas propagieren sollte, die aber durch den wirtschaftlichen Aufschwung lediglich das Interesse ausländischer Investoren weckte.
    Staatschef Jintao ist entschlossen, das Monopol westlicher Meinungsmacher zu brechen. Je mehr Kanäle und je lauter die Botschaft, umso besser könnten Kultur und Grundwerte verbreitet werden. Vor 12 Monaten wandte sich der Staatssender CCTV mit einem arabischsprachigen Kanal an etwa 300 Mio Menschen in 22 Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas, jetzt funkt er bereits in mehreren Sprachen und soll weiter expandieren. Ab Juli startet ein dem amerikanischen CNN ähnlicher englischsprachiger Sender von Singapur oder Bangkok aus, um das Image der KP aufzupolieren. Die Nachrichtenagentur Xinhua wird mit eigenen Fernsehbeiträgen zu einem globalen, mehrsprachigen Imperium ausgebaut.
    Die permanente Drahtwanderung der KP, zwischen Schrumpfung und Anpassung ihre Machtstellung zu behaupten, führt zu der widersprüchlichen Botschaft, einerseits Respekt zu zeigen und anderen nicht die eigenen Werte aufzuzwingen, andererseits aber beharrlich auf der Verbreitung eben dieser zu bestehen.
    Kritische heimische Stimmen halten die Kampagne für reine Geldverschwendung, da die neuen Medien keinen professionellen Journalismus betreiben dürften. Die Botschaft eines materialistischen Staates, in dem Begriffe wie Harmonie, Respekt, Liebe und konfuzianische Werte mit etwas chinesischer Küche vermischt nur hohl klingen, könne keine wirklich attraktiven Werte nach außen vermitteln. Solange sich außerdem der Begriff Kultur auf die Aufzählung alter Klassiker beschränke, sei der Kampf der KP um weltweites „Image-Lifting“ zum Scheitern verurteilt.
 
Quelle: Süddeutsche, 05.05.2010 von Timofex Neshitov
http://www.sueddeutsche.de/medien/medienoffensive-in-china-rabatz-vom-himmlischen-frieden-1.943396

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Weltausstellung im Zeichen der Stadtentwicklung
 
    Die sechsmonatige Expo mit dem Motto „Eine bessere Stadt, ein besseres Leben“ in der 18-Millionen-Metropole Shanghai, deren Kosten auf zwischen 30 und 44 Mrd. Euro geschätzt wird, ist auf 5 km2 die größte in der 159-jährigen Geschichte der Weltausstellung. Die Expo, laut Präsident Hu Jintao der „Stolz des chinesischen Volkes“, auch „Olympische Spiele der Wirtschaft, Wissenschaft und Technik“ genannt, sei eine Gelegenheit, von der Welt zu lernen und dieser Chinas Errungenschaften zu demonstrieren. Ziel der Expo ist „soziales Erwachen“ mit einer Verbesserung der Lebensumstände und nachhaltiger Stadtentwicklung in Industrie- und Entwicklungsländern. Bereits über die Hälfte der Menschheit wohnt in Städten.
    Folkloristische Darbietungen ethnischer Minderheiten zur Eröffnung sollten trotz innerer Unruhen den Eindruck eines harmonischen Vielvölkerstaates liefern. 170.000 Freiwillige arbeiten für die Expo, die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm.
    Der deutsche Expo-Auftritt mit dem Pavillon „Balancity- Die Stadt im Gleichgewicht“ kostet etwa 50 Mio Euro, ein eigener Bambus-Pavillon steht unter dem Motto der Kampagne „Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung“.
    Etwa 250 Ländern und Organisationen, darunter auch die international isolierte Diktatur Nordkorea stellen eine Rekordteilnehmerzahl dar. Rund 70 Mio Besucher, davon 5 Mio aus dem Ausland, werden erwartet.
    China hat, wie bereits zu den Olympischen Spielen oder zur Weltfrauenkonferenz, (da jedoch nur vorübergehend), das Einreiseverbot für HIV-Infizierte und Restriktionen für Ausländer mit übertragbaren Geschlechtskrankheiten und Lepra abgeschafft. Die offizielle Begründung nennt Probleme bei internationalen Veranstaltungen und die Einsicht, dass ein Einreiseverbot die Verbreitung des Virus nicht wirklich beeinflusse.
    Der Vorwurf des Plagiats sowohl des Expo-Maskottchens (ähnlich einer US-Comic-Figur) wie auch des offiziellen Ausstellungslieds ( ein japanischer Pop-Hit von 1997) wurde bestritten, das Lied jedoch abgesetzt mit der Begründung von Copyright-Problemen. Das Maskottchen ähnelt auch dem Logo eines chinesischen Haushaltsgeräte-Herstellers, der sich über die kostenlose Werbung enorm freut.
    Stundenlange Warteschlangen besonderes vor dem deutschen, Schweizer und englischen Pavillon sind die Regel. Gerangel und Schlägereien sowie „Nazi“-Rufe einiger wartender Gruppen trübten etwas die Stimmung, die meisten Besucher bleiben jedoch friedlich. Ein Protestbrief der Betreiber des deutschen Pavillons blieb zwar bisher unbeantwortet, die Expo-Leitung sei sich aber ernster administrativer Probleme bewusst. Ausländische Expo-Mitarbeiter berichten von Problemen bei Visaverlängerung und dem Zutritt zum Expo-Gelände.
    Für die unter den Warteschlangen besonders leidenden Rollstuhlfahrer wurde jetzt ein Ticket System eingeführt. Expo-Ordner, Zivil- und seit kurzem auch chinesische Militärpolizei patroulliert das Gelände, um Ausschreitungen vorzubeugen.
 
Quelle: FTD, 28.04./20.05.2010,
http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:ehre-oder-diebstahl-chinesisches-expo-maskottchen-entfacht-streit/50107207.html

 
Tagesspiele, 28.04BR> http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/china-hebt-einreiseverbot-fuer-hiv-infizierte-auf/1810178.html

 
Süddeutsche, 20.05.2010, Von Henrik Bork
http://www.sueddeutsche.de/politik/expo-in-shanghai-nazi-rufe-und-poebeleien-wegen-zu-langer-wartezeit-1.938263

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Hürden bei deutsch-chinesischem Projekt
 
    Das für den Aufbau des deutschen Pavillons verantwortliche deutsche Team stieß trotz vorherigem Training auf Probleme bei der Zusammenarbeit mit den chinesischen Kollegen. Hauptgründe neben der Sprachbarriere waren die allgemeine Arbeitseinstellung und fehlende Qualifikationen.
    Laut Feedback des deutschen technischen Projektleiters bauten Chinesen einfach drauflos, ohne auf die korrekte Reihenfolge der Arbeiten zu achten. Pläne werden wenig beachtet, bei der Ausführung werde gepfuscht.
    Arbeitskräfte in China, wo es weder Berufsschulen noch eine Meisterausbildung gibt, sind extrem billig und genießen wohl wenig Ansehen, meint er. Bei Baufehlern wird das Ganze ohne viel Drama einfach noch einmal gemacht, die Kosten sind ja gering. Bei Termindruck werden eben mehr Arbeiter eingestellt.
    Die Verständigung über Dolmetscher oder Vorgesetzte resultierte in Informationsverlust, der Aufbau direkter Beziehungen zu einigen Arbeitern zeigte dagegen bessere Resultate.
    In einem gegenseitigen Lernprozess erkannten die Deutschen ihrerseits, dass ihre Arbeitseinstellung und die Bedeutung, sich an eine bestimmte Arbeitsreihenfolge zu halten, nicht die einzig mögliche ist.
 
Quelle: Spiegel, 04.05.2010, von Claudia Wanner
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,692112,00.html

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Deokanonen gegen Müllgestank
 
    Die 17.55 Mio Einwohner Beijings produzieren täglich 18.400 Tonnen Haushaltsabfälle, 90% davon werden auf den 13 umgebenden Mülldeponien entsorgt. Dem daraus resultierenden Gestank soll jetzt mit Hilfe von 100 neu erfundenen Deodorantkanonen und geruchsneutralisierender Abdeckplanen der Garaus gemacht werden. Die Hochdruckskanonen versprühen ein biologisches Gemisch auf den Müll, dann wird der Abfall abgedeckt und obendrauf kommt noch eine Lage „Deo“. Eine Maschine soll zudem stinkende Gase abziehen und in Elekritzität umwandeln.
    Die Anlieger, die unter dem Gestank leiden und vor allem über chronischen Husten klagen, sind noch skeptisch.
 
Quelle: Straitstimes, 23.04.2010
http://www.straitstimes.com/BreakingNews/Asia/Story/STIStory_518412.html

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» Japan «

Sag mir deine Blutgruppe, und ich sag dir wer du bist...
 
    Die Blutgruppe, die angeblich den Charakter formt, ist in Japan die Antwort auf das deutsche Horoskop. Diese vom imperialistischen Japan aus der Eugenik des Nazi-Deutschlands entlehnte, längst widerlegte Theorie ist in Japan zwar nicht mehr rassistisch gefärbt, ist aber seit den 70er Jahren wieder groß in Mode. Die Partnerwahl bei „Speed-Dating“ ist oft blutgruppen-abhängig, sogar bei Einstellungsgesprächen kann die Frage danach auftauchen. Die beiläufige Erwähnung der Blutgruppe einer Person enthüllt gleichzeitig die Meinung des Sprechers über diesen Menschen, was der japanischen Tendenz, nicht offen die eigene Meinung zu äußern, entgegenkommt.
    Die Blutgruppen können Menschen angeblich in vier Persönlichkeitskategorien unterteilen: A wäre damit der bodenständige, organisierte Typ, der sich auch Sorgen macht und aufopfert. 0-Menschen sind entschlossen und selbstbewusst, AB sorgt für Ausgeglichenheit, logisches Denken, aber auch für Pflegebedürfigkeit und Distanziertheit. Die B-Typen sind in Japan nicht populär – sie gelten als kreative, egoistische Freidenker.
 
Quelle: Newsbento, 29.04.2010,
http://www.newsbento.ch/2010/04/verrat-mir-deine-blutgruppe/

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Erste Militärbasis in Übersee
 
    Anfang nächsten Jahres will Japan seine erste und einzige Militärbasis in Übersee, in Djibouti fertigstelln, um die wachsende Piraterie durch somalische Freibeuter im Golf von Aden einzudämmen, durch den jährlich etwa 20.000 Schiffe passieren. Japan hat zwar kein stehendes Heer, formte aber 1952 nach Ende der amerikanischen Besatzung japanische Streitkräfte zur Selbstverteidigung.
    Zehn Prozent des Schiffsverkehrs im Golf kommt aus Japan und 90 Prozent des japanischen Exports ist von der Durchfahrtsstraße abhängig. Der Stützpunkt wird etwa 54 Mio$ kosten. Seit 2008 überwacht eine internationale Kriegsschiffflotte den Golf von Aden, um Angriffen und Schiffsentführungen ein Ende zu bereiten.
 
Quelle: Straitstimes, 23.04.2010
http://www.straitstimes.com/print/BreakingNews/Asia/Story/STIStory_518384.html

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» Thailand «

Blutige Unruhen: Hintergründe und Auswirkungen
 
    Seit über zwei Monaten herrscht verstärkt Unruhe in Thailand. In beiden gegnerischen Lagern, den oppositionellen Rothemden und den regierungstreuen Gelbhemden gibt es weniger gemeinsame Interessen als einen gemeinsamen Gegner. Das Regierungslager besteht aus Königsnahen, dem Militär und Teilen der neuen Mittelschicht. Die Rothemden setzen sich aus verarmten Bewohnern des unterentwickelten Nordens Thailands zusammen. Gemäßigtere und radikale „Rote“ fordern den Rücktritt des Premierministers Abhisit zugunsten einer Regierung, die sich mehr für ihre Belange einsetzt. Die Rothemden sind Anhänger des ehemaligen Premierministers Shinawatra, der 2006 vom Militär gestürzt wurde. Der Milliardär hat zwar mit den verarmten Teilen der Bevölkerung wenig gemeinsam, erkannte aber das massive Wählerpotential und setzte nach der Wahl im Jahr 2000 sein Programm mit den wichtigen Themen Gesundheitsfürsorge und Kreditvergabe sehr schnell durch. Das schaffte Vertrauen und ein völlig neues Selbstverständnis und Selbstvertrauen – eine Entwicklung, die sich verselbstständigte, und die Shinawatra nicht vorhersah. Nach seinem Sturz versinnbildlicht er jetzt überzogene Hoffnungen, die ein real agierender Politiker nie erfüllen könnte. Shinawatra soll zudem einen Großteil der Aufstände aus dem Exil finanziert haben.
    Der 82jährige König Bhumibol griff nicht ein, als vor einiger Zeit die Gelbhemden den Flughafen von Bangkok besetzten und verspielte so sein Rolle als unabhängiger König und Schiedsrichter aller Thais.
    Trotz der anfänglichen Zahl von etwa 100.000 Demonstranten ist schwer einzuschätzen, wieviel der 60 Mio Einwohner Thailands tatsächlich hinter den Aufständischen stehen. Eine Neuwahl wurde vom Premierminister Abhisit für November angeboten unter der Voraussetzung des Abzugs der Rothemden, die ihrerseits den vorherigen Abzug der Soldaten forderten. Ein Schwanken zwischen Kompromiss- und Konfrontationsbereitschaft zeugte von der Spaltung innerhalb des Oppositionslagers. Radikale Anhänger setzten daher alles in Bewegung, um den Konflikt eskalieren zu lassen. Die im Großen und Ganzen abwartende und eher geduldige Haltung seitens der Regierung ist recht überraschend.
    Ein Ende des andauernden Konflikts ist trotz der gewaltsamen Beendigung der Proteste nicht abzusehen. Die radikalen Oppositionselemente könnten in den armen Gebieten des Landes weiterhin Überfälle auf Polizeistationen und andere Übergriffe organisieren. Die durch die blutigen Unruhen entstandene Kluft in der Bevölkerung sitzt jetzt tief und wird nicht leicht zu überbrücken sein.
    Die führende Rolle Thailands in der Asean (Association of Southeast Asian Nations), die weltweit die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Region vertritt und sich für Stabilität und Demokratie einsetzt, dürfte vorläufig vorbei sein. Das einstige Demokratisierungsmodell Thailand wird in Ländern mit kommunistischer Führung als negatives Beispiel benutzt.
    Die um fast 50% eingebrochene Tourismusbranche trägt dazu bei, die bisher positive wirtschaftliche Entwicklung zu bremsen und Investoren abzuschrecken.
 
Quelle: Spiegel, 20.05.2010 von Michael Kieffer und Kerstin Schulz
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,695441,00.html
 
Quelle: Süddeutsche, 20.05.2010 von Tobias Matern
http://www.sueddeutsche.de/politik/unruhen-in-thailand-wir-werden-wieder-kaempfen-1.947154

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» Singapur «

Glücklichster Einwohner gesucht!
 
    Die Philip Merry Consulting Group in Singapur ist wieder auf der Suche nach dem glücklichsten und belastbarsten Einwohner, der oder die durch eine konsistente positive Einstellung zugleich Inspiration für Andere ist. Teilnehmer müssen außerdem über 18 Jahre alt sein. Der Wettbewerb wurde auch durch die Wirtschaftskrise motiviert, mit der solche Menschen besser umgehen könnten, denn Belastbarkeit fördere eine positive Einstellung. Der Gewinner wird am 10. Juni feststehen, danach schließt sich eine Konferenz zu den Themen Zufriedenheit, Belastungsfähigkeit und Optimismus an. In der zweiten Jahreshälfte will das Unternehmen den zufriedenstellendsten Arbeitsplatz ermitteln – die Kriterien werden noch bekanntgegeben.
 
Quelle: Straitstimes, 23.04.2010, von Yeo Shang Long
http://www.straitstimes.com/BreakingNews/Singapore/Story/STIStory_518310.html

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» Indien «

Inflationsdruck durch Wirtschaftsboom
 
    Indiens Zentralbank, die für das laufende Haushaltsjahr eine Steigerung von acht Prozent des BIP erwartet, hob im Kampf gegen die Inflation zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Zinsen und Reserveanforderungen für Banken an, die drei wichtigsten Sätze liegen jetzt um jeweils einen Viertelprozentpunkt höher. Mit dem enormen Wachtstum steigt die Blasengefahr – die Teuerung erreichte letzten Monat 9,9 % zum Vorjahr, die Zentralbank erwartet aber am Ende Haushaltsjahrs eine Verlangsamung auf 5,5%.
    Investoren begrüßten die Maßnahmen der Zentralbank - die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen fielen um 7 Basispunkte auf 8,02%, derAktienindex Sensex wuchs um 0,7%, die Rupie gewann 0,4% je Dollar.
    Weitere Zinserhöhungen werden erwartet. Die Regierung will in diesem Haushaltsjahr etwa 100 Mrd.$ aufnehmen. Geldpolitische Überlegungen fordern zwar die Abschöpfung überschüssiger Liquidität, aber das Schuldenmanagement fordert unterstützende Liquidität – ein schwieriger Drahtseilakt für die Notenbank.
    Der Boom der großen asiatischen Volkswirtschaften birgt allgemein eine massive Blasengefahr. China will z.B. Preissteigerungen am Immobilienmarkt mit höheren Anzahlungen und Zinsen für Zweitwohnungen und Finanzierungsverbot für Drittwohnungen eindämmen.
 
Quelle: FTD, 10.02.2010, von Joe Cochrane
httptests-off-the-streets/50071348.html

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» Arabische Welt «

Koran hemmt Wachstumspotential von Banken
 
    Laut der Ratingagentur Moody’s könnte der islamische Derivatemarkt mit einem aktuellen Volumen von 950 Mrd.$ auf mindestens 5000 Mrd.$ zulegen, wenn der äußerst begrenzte Derivatehandel anziehe. Die jährliche Expansion der Islamic Finance liegt bei etwa 15-20% jährlich, die islamischen Anleihen, die Sukuk-Bonds, machen 1100 Mrd.$ aus. Unter den führenden Emissionshäusern sind Citigroup, HSBC und die Deutsche Bank mit der wichtigsten Region Malaysia , die sich eine Lizenz sicherte, mit der sie islamische Bonds in der lokalen Währung anbieten darf.
    Spekulation und Handel von finanziellen Produkten sei laut Koran untersagt, wodurch islamische Banken trotz hoher Liquidität ein Problem beim effizienten Umgang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten haben. Das Risikomanagement ist unterentwickelt und starke Expansion ins Ausland setzt die Banken großen Währungsrisiken aus.
    Die Banken umgehen das Korangebot durch Mittelsmänner. Sie kaufen z.B. Rohstoffe auf dem Kassamarkt, verkaufen an eine „normale“ Bank und vereinbaren eine zukünftige Rückabwicklung. Der Intermediär trägt das Risiko der Rohstoffpreisschwankung, die islamische Bank das Ausfallsrisiko des Kontrahenten.
    Moody’s hofft durch die Aufstellung verbindlicher Regeln auf eine Entwicklung islamischer Derivate. Der Derivateverband ISDA arbeitet an einem Rahmenvertrag, um durch Einsatz modernster Finanzinstrumente den Erfolg islamischer Banken, die ein enormes Wachstumspotential haben, nachhaltig zu sichern.
 
Quelle: FTD, 07.04.2010, von Tobias Bayer
http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:hedging-nach-koranvorschriften-islamischer-derivatemarkt-hebt-ab/50097328.html

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