http://www.atimes.com/atimes/Japan/LF05Dh01.html
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Kriegsakt fördert Annäherung an USA
Der vor 60 Jahren begonnene Koreakrieg war trotz Waffenstillstandsabkommen nie wirklich zu Ende. Nordkorea, das es bei Akzeptanz internationalen Rechts und der Einhaltung diplomatischer Gepflogenheiten nicht mehr gäbe, überlebt bisher durch die Bedrohung seiner Gegner.
Berichte der internationalen Untersuchungskommission beweisen, dass die Versenkung der südkoreanischen Korvette kein Versehen, sondern ein Kriegsakt war. Bei dem eher grotesken Angriff sollte man jedoch Nordkoreas undurchsichtige Sicherheitsdoktrin und eine chaotische Kommandostruktur nicht vergessen.
Südkoreas Präsident Lee Myung-baks Bemühungen, sich als Amerikas vollwertiger Partner in Nordasien zu etablieren und sich von China zu distanzieren, bekamen durch den Zwischenfall Rückenwind. Einen Krieg mit Nordkorea will Lee nicht, aber er wird versuchen, die öffentliche Meinung auch vor den nächsten Lokalwahlen zu seinen Gunsten zu nutzen. Mit militärischer Aufrüstung will er Nordkorea mit seiner klapprigen Flotte dieselbetriebener U-Boote in die Schranken weisen. Dennoch ist das hochmilitarisierte und ideologisch unbeugsame Regime militärisch schwer zu bezwingen. Ein Machtwechsel wäre in der Diktatur mit zerfallendem System leichter bei Druck von außen, da dies Militär und Sicherheitsapparat zusammenschweißt und wenig Raum für innerpolitische Streitigkeiten lässt.
Nordkorea ist Nordasiens letzte Bastion mit unerschlossenem menschlichen Potential und Bodenschätzen, ideal zur Ausbeutung durch die Welt, die dann auch bei der Integration in die globale Wirtschaft helfen wird.
Seouls Wunsch nach einer Konfrontation mit Nordkorea dient der Stärkung einer Allianz mit den USA gegenüber Chinas wachsendem wirtschaftlichem Einfluss. Es will sich als führende regionale Macht, Alternative zum wirtschaftlichen und sozialen Modell Chinas und zum Sicherheitspartner für die USA etablieren. Japans glückloser Ex-Premierminister Hatoyama hingegen wollte Japan als unabhängigen Faktor in der internationalen Diplomatie etablieren und die amerikanische Marinebasis vor Okinawa verlegen lassen. Eigensinnig schlingerte Japan dann 2009 abrupt in Richtung China und entsandte eine große Abgeordnetendelegation nach Peking.
Zu dieser Zeit drifete Südkorea weg von der Wiedervereinigungsidee mit Nordkorea und hin zur Etablierung Südkoreas als Schlüsselfaktor in Washingtons Sicherheitsstrategie. Peking ist interessiert an einer wirtschaftlichen Integration Nordkoreas und an einem Freien Handelsabkommen, um Südkoreas und Chinas Wirtschaft auf der Basis eines gegenseitigen, jährlichen Handels- und Investitionsflusses von $200 Billionen zu etablieren. Nordkorea als Unruhestifter tritt bei Pekings und Seouls taktischen Überlegungen fast in den Hintergrund.Seoul drängt die USA nun zur Verabschiedung des KORUS-FTA (Republic of Korea-United States Free Trade Act), begründet mit gegenseitigem Nutzen, einer wichtigeren Rolle Amerikas in Asien, und als Gegenpol zum "China factor", Chinas wachsendem militärischem und wirtschaftlichem Einfluss. Laut Seoul sollte KORUS-FTA vor anderen Abkommen mit China oder der EU in Kraft treten, um von maximaler Effizienz zu sein, auch im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA.
Peking könnte durch diese Aussage Südkoreas Haltung bei einem Handelsabkommen in Frage stellen.
Amerikas Rechte sind von Seouls Idee begeistert, die Obama Administration eher nicht. Die USA wird bei einer Krise in Nordasien sehr vorsichtig agieren, um das mühsam geschaffene Gleichgewicht nicht zu gefährden.
Quelle: Süddeutsche, 25.05.2010, von S. Kornelius
http://www.sueddeutsche.de/politik/nordkorea-vs-suedkorea-ein-krieg-fuer-den-machterhalt-1.947369
Quelle: Times Online, 03.06.2010, von Peter Lee
http://www.atimes.com/atimes/Korea/LF03Dg01.html
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Nord vs. Süd: Echte Drohung oder Bluff?
In den 57 Jahren seit dem Ende des Konfliks zwischen Nord- und Südkorea gab es häufig leere Kriegsdrohungen zwischen beiden Nachbarn. Einen Zusammenbruch Nordkoreas mit 22 Mio Einwohnern durch eine politische Krise will weder der Nachbarstaat Japan noch China. Peking konnte Nordkorea jedoch bisher in Zaum halten. Chinas politische Patronage sowie Handel und Rohstoffe verhinderten bisher einen Zusammenbruch Nordkoreas
Die Zerstörung der südkoranischen Korvette durch einen nordkoreanischen Torpedo ändert die Situation. Nordkorea hat jetzt wenig zu verlieren, da Seoul erklärte, die Handelsbeziehungen mit Pyongyang einzustellen und wie zu Zeiten des Kalten Krieges an der Grenzlinie öffentlich anti-nordkoreanische Propaganda per Lautsprecher zu betreiben.
Südkoreas Präsident Lee Myung-bak, auch gewählt aufgrund seiner Haltung, sich von Nordkorea nicht einschüchtern zu lassen, kann den Torpedobeschuss nicht einfach ignorieren. Nordkorea erklärt zwar, ohne Provokation nicht anzugreifen, droht aber gleichzeitig mit Beschuss der "Flüstertüten". Selbst wenn ein Angriff auf Südkorea zügig abgewehrt würde, wäre die grenznahe Millionenstadt Seoul erheblich gefährdet.
Nordkoreas alternder, kränklicher Präsident Kim Jong-Il hat mit seinen Wirtschaftsreformen von Dezember das Land in den Ruin getrieben. Seinem jungen, unerfahrenen Sohn könnte die nötige Unterstützung des Militärs fehlen, welches die Weitergabe des Präsidentschaftspostens innerhalb der Familie bisher gesichert hat.
Kriegsdrohungen von seiten Pyongyangs könnten aber auch strategische Erpressung sein im Wissen, dass Seoul und Peking den Zusammenbruch Nordkoreas vermeiden wollen und weitere finanzielle Unterstützung vorziehen. Aber selbst wenn Peking das Regime nicht mehr steuern kann, könnte es dennoch den Machtwechsel beeinflussen.
Eine Gefährdung des globalen Gleichgewichts durch einen Zusammenbruch des Landes würde auch durch Nordkoreas Zustimmung zu nuklearer Abrüstung nicht beseitigt. Durch die schlechte wirtschaftliche und politische Lage ist Kim auf internationale Hilfestellung angewiesen. Würde Nordkorea wieder an den Sechs-Parteien-Gesprächen, (Nord- und Südkorea, China, Japan, USA und Russland) teilnehmen und auf seine unnötigen Atomprogramme verzichten, könnte die aktuelle Krise auch zu einem Durchbruch für bessere politsche und wirtschaftliche Verhältnisse der Region werden.
Quelle: Asia Times Online, 29.05.2010, von Francesco Sisci
http://www.atimes.com/atimes/China/LE29Ad01.html
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