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Kluges Maßnahmepaket sorgt für Wachstum
Die viertgrößte, asiatische Volkswirtschaft Südkorea hat sich von allen OECD-Ländern am schnellsten von der Rezession erholt, man erwartet für 2010 ein Wirtschaftswachstum von etwa sechs Prozent. Die Arbeitslosenrate sank auf erstaunliche 3,2 Prozent, das Ziel der Vollbeschäftigung scheint greifbar nahe.
Perfekt abgestimmte Regierungsmaßnahmen gegen den Abschwung beinhalteten eine reale Währungsabwertung von 25 Prozent, das Fiskalpaket betrug 6,1 Prozent des BIP. Das Haushaltsdefizit lag 2009 nur bei 1,8 Prozent des BIP und derzeit beträgt die Gesamtverschuldung lediglich 35 Prozent. Zudem geht fast ein Drittel des Exports nach China. Die Zentralbank senkte im Februar 2009 die Leitzinsen um 3,5 Prozentpunkte auf immer noch bestehende zwei Prozent, mit einer Anhebung um 0,5 Prozentpunkte im 3. Quartal 2010 wird gerechnet, da mit dem starken Arbeitsmarkt auch die Löhne steigen werden.
Trotz der positiven Lage wird vor dem Abfluss ausländischen Kapitals durch den Nord- Südkonflikt sowie dem Zustand des Gesundheitssystems gewarnt. Die Geburtenrate ist mit 1,15 Geburten pro Frau die niedrigste weltweit, die Lebenserwartung stieg auf 79 Jahre. Der resultierende Abnahme erwerbsfähiger Arbeitskräfte und der Druck auf Kranken-und Rentenversicherung ließ die Gesundheitsausgaben in den zweistelligen Bereich wachsen. Zusätzliche Reformen zur Sicherung der Wirtschaft seien laut OECD unabdingbar.
Quelle: FTD, 20.07.2010,
www.ftd.de/politik/konjunktur/:dank-staatsstuetze-suedkorea-boomt-wieder/50128919
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"Vier-Flüsse-Projekt" heftig umstritten
Südkoreas Präsident Lee Myung-bak verlor die Regionalwahlen nicht zuletzt aufgrund der negativen Einstellung eines Großteils der Bevölkerung zu seinem "Vier-Flüsse" Megaprojekt, welches die vier wichtigsten Flüsse kanalisieren und mit zehn Staudämmen versehen soll. Dadurch würde laut Lee die Wasserversorgung reguliert, und die Region vor Hochwasser geschützt. Das Unternehmen soll über 15 Milliarden Euro kosten und etwa 340.000 Arbeitsplätze schaffen - etwa ein Fünftel des Projekts ist bereits verwirklicht.
Umweltschützer warnen dagegen vor einer Katastrophe. Eine Klage auf Baustopp wurde abgewiesen. Dennoch will Lee jetzt angeblich mehr Diskussionen zulassen und andere Meinungen hören. Aber als ehemaliger Geschäftsführer des Konzerns Hyundai liebt Lee Riesenprojekte, auch wenn in anderen Teilen der Welt ein Trend zur Renaturierung von Flussbetten vorherrscht.
Quelle: Süddeutsche, 17.06.2010. von Petra Kolonko
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Umstrittenes ID-Projekt
Im Zuge der aktuellen Volkszählung will die indische Regierung das Langzeitprojekt unverwechselbarer ID-Nummern für mindestens die Hälfte der 1,2 Milliarden Einwohner starten. Bisher gibt es weder Geburtsurkunde, Schulzeugnis noch Meldebestätigung, daher ist die Bankkonteneröffnung, Beantragung von Sozialleistungen oder ein Vertragsabschluss kompliziert. Es müssen unzählige Dokumente vorgelegt werden wie z.B. notariell beglaubigter Mietvertrag, eine Bezugsberechtigungskarte für Kochgas, die aktuelle Stromrechnung und Passbilder. Missbrauch durch Korruption wie bei der Ausgabe subventionierter Lebensmittel ist treibt wilde Blüten.
Die neuen ID-Nummern werden mit Foto, Fingerabdrücken und Augenscans erstellt. Die Beantragung ist freiwillig, da die Bürger die Vorteile selbst erkennen sollen wie z.B. der vereinfachte Weg zu Sozialleistungen. Ein Gesetz könnte der bereits maßlosen Korruption weiteren Nachschub liefern, wird argumentiert.
Bürgerrechtler befürchten dagegen eine Entwicklung zum Überwachungsstaat in einem Land, wo Polizei und Sicherheitsdienste bereits fast unbeschränkte Befugnisse haben. Staatliche Behörden beschwichtigen, IDs seien nur ein Weg zur Identitätsbestätigung. Bislang gibt es aber weder ein Budget für das Riesenprojekt noch ein Datenzentrum. Der Weg zur Ausstattung aller örtlichen Behöörden mit entsprechenden Geräten ist noch weit.
Quelle: FTD, 20.07.2010
www.ftd.de/politik/international/:unverwechselbare-i-ds-jedem-inder-seine-nummer/50145875
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Heirat außßerhalb der Kaste?
In Indien bestimmen auch heute meist die Eltern, wen ihre Kinder heiraten sollen. Die wichtigsten Kriterien bei der Partnerwahl sind passender sozialer Status, Bildungsgrad und weiterhin die Kastenzugehörigkeit. Eine Ehe zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kasten ist möglich, aber sehr selten.
Bei Zuwiderhandlungen greift das Familienoberhaupt auch gewaltsam durch, was durchaus zum Mord führen kann. Diese sogenannten "Ehrenmorde" oder der Einsatz körperlicher Gewalt, von den Tätern nur selten bereut, werden als "Familienangelegenheit" betrachtet, und Außenstehende mischen sich daher kaum ein.
Erst kürzlich folterte und tötete der Onkel einer jungen Frau ihren Freund und sie selbst, weil sie den den von den Eltern bestimmten Mann ablehnte und sich weiterhin mit dem kastenniedrigeren Geliebten traf.
Quelle: Süddeutsche, 20.07.2010, von Tobias Matern
www.sueddeutsche.de/panorama/2.220/indien-bis-der-tod-sie-scheidet-1.961429
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Abu Dhabi: Geplante Chipproduktion in der Wüste
Künftig werden sich nur noch die größten Chiphersteller Intel, Samsung und Toshiba die Eigenproduktion leisten können, andere müssen die Herstellung an Auftragsfertiger, die Foundries, auslagern, deren weltweiter Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 40% auf 24,82 Mrd.$ steigen könnte. Die größten Foundries sind TSMC und UMC aus Singapur sowie Globalfoundries, letztere mit dem Hauptinvestor Abu Dhabi, das am Standort Dresden weitere 1,3 Mrd. Euro investieren wird. Eine angestrebte Produktionssteigerung von Wafern, Siliziumscheiben zur Chipproduktion, auf 80.000 pro Monat in Dresden hängt weltweit vom Einsatz von Spitzentechnologien und Kapazitätsgröße ab.
Die arabische Investmentgesellschaft Atic, die Ende letzten Jahres den unrentablen Auftragsfertiger Chartered Semiconductor aus Singapur mit dem neuen Dresdner Chipproduzent fusionierte, will bis 2012 in New York einen dritten Standort schaffen. Abu Dhabi plant zudem einen rund drei km² großen, eigenen Chipstandort in der arabischen Wüste.
Quelle: FTD, 20.07.2010,
http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:investition-in-globalfoundries-abu-dhabi-pumpt-mehr-geld-in-dresdner-chipfertigung/50121213.html
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