http://www.sueddeutsche.de/panorama/2.220/japan-tokio-sucht-die-super-rentnerin-1.983416
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» Indien «
Tata Motors Aktien auf Höhenflug
Tata Motors, Indiens größter Autokonzern, der außer Lastwagen und Bussen auch das Billigauto Nano produziert, übernahm vor zwei Jahren von Ford für 2,5 Mrd. Dollar Jaguar und Land Rover, was beinahe zu einem riesigen Verlustgeschäft wurde.
Der neuerdings rapide wachsende Bedarf an Luxusautos in Indien und vor allem in China ließ jetzt die Tata-Aktien im ersten Quartal auf den höchsten Stand seit 20 Jahren klettern - der Nettogewinn des Mischkonzerns betrug rund 326 Mio Euro. Firmenchef Tata will sich jetzt mit einem erfahrenen Manager, dem ehemaligem BMW-Vorstand und Europachef von General Motors, Carl-Peter Foster, den Höhenflug des Konzerns endgültig sichern.
Die Produktion in Indien selbst und mit Partnern in China sind in Planung.
Quelle: FTD, 10.08.2010
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:indiens-branchenprimus-tatas-sorgenkinder-jaguar-und-rover-wandeln-sich-zu-perlen/50155202.html
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Umstrittene Forderung nach Datenzugang
Indien und die VAE fordern von dem kanadischen Blackberry- Hersteller RIM (Research in Motion) die Aufstellung eines Datenservers in ihrem Land, um besonders E-Mails von Geschäftskunden überwachen zu können. Hauptargument dabei ist die Gefahr der Kommunikation von Terroristen und Kriminellen.
Bisher werden die Nachrichten auf dem Server der jeweiligen Firmen kodiert und über RIMs eigene zentrale Rechner in Kanada oder London an die Endgeräte geschickt. Nur diese können die Inhalte entschlüsseln, RIM hat keinen Datenzugang. Der Dienst ist auch bei vielen arabischen Jugendlichen attraktiv, die so problemlos mit dem anderen Geschlecht kommunizieren können.
RIM will seine Sicherheitspolitik beibehalten, obwohl die asiatischen und vor allem die arabischen Länder mit über einer Million Nutzern ein riesiger Wachstumsmarkt sind. Indien, Libanon sowie Saudi-Arabien wollen den Dienst spätestens ab Oktober blockieren. Auch Indonesien denkt an eine Sperrung. Die Türkei will das Ausmaß der Gefahr für die nationale Sicherheit prüfen lassen.
Die USA sehen den Schritt als Eingriff in die Kommunikationsfreiheit, andererseits sei bei der direkten Datenübermittlung ins Ausland die Kommunikation von Terroristen nicht überwachbar. Die Bundesregierung hat sich wegen der wachsenden Zahl von Attacken auf elektronische Informations- und Kommunikationsnetze gegen die Nutzung der abhörsicheren Blackberrys und iPhones ausgesprochen.
Quelle: FTD, 10.08.2010 von Nora Schlüter
www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:streit-um-verschluesselung-blackberry-bietet-indien-paroli/50152755.html
http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:bedenken-wegen-nutzerrechte-blackberry-streit-wird-zum-politikum/50153473.html
http://www.ftd.de/politik/international/:smartphone-nutzung-im-koenigreich-saudische-blackberry-blockade-schrumpft-zur-pause/50153928.html
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» Arabische Länder «
Emirate planen die Zukunft "nach dem Öl"
Das 1898 gegründete Unternehmen Merkel, Hersteller von Jagdwaffen in Suhl, Thüringen, wurde 2007 von Caracal International, einem Waffenproduzenten aus Abu Dhabi gekauft, hinter dem wiederum die Tawazun Holding steckt. Über die tätigen die VAE weltweit strategische Investitionen, um die Emirate auf die Zeit nach dem Öl vorzubereiten. Caracal Geschäftsführer und Visionär Hamad Al Neyadi hatte 2007 die Idee, Ingenieurstudenten der UAE University für zehn Monate zu Ausbildungszwecken nach Suhl zu schicken, wo sie vor allem die von Arabern geschätzte deutsche Arbeitsweise kennenlernen sollen. Das Programm kombiniert harte Ausbildung, Training und On-the-Job-Erfahrung mit Schwerpunkt auf zentralen Fertigkeiten im Metallhandwerk. Die Ausbildung wird später den Anforderungen der aufstrebenden Industrie der VAE dienen. Gleichzeitig sollen die Studenten deutsche Kultur, Lebensweise und Tugenden kennenlernen.
Die Wahl fiel auf die Simson Private Akademie, Ausbildungszentrum für Schweiß- und Metallhandwerk im kleinen Suhl, wo noch viel Know-How und hoch spezialisierte Unternehmen sitzen. Frau Bauroth, die Akademiechefin, empfing 2008 die erste 20-köpfige Studentengruppe, eine zweite folgte, das Programm ist weiterhin erfolgreich.
Bauroth fand für die ersten zwei Monate 20 Gastfamilien zur Gewöhnung an die deutsche Lebensart. Alle Beteilgten flogen vor Programmbeginn nach Abu Dhabi, um einen Eindruck des immens reichen Emirats ihrer Gäste zu erhalten.
Viele Gastfamilien sprechen wenig Englisch und die deutschen Crash-Kurse für die Studenten reichen oft nicht aus - trotzdem kommen die Familien mit den Gästen gut zurecht. Später wohnen die Studenten dann in einem Hotel. Der tägliche Stundenplan beinhaltet Aufstehen um etwa 4.00 früh (zu Gebetszwecken), Ausbildung von 7.30 bis 15.00 und abends zusätzlicher Unterricht. Freizeit ist knapp. Die Elternhäuser der Studenten sind weitaus wohlhabender als die Gastfamilien. Das Erledigen kleiner täglicher Pflichten ist eine neue Erfahrung, die dazu beiträgt, Eigen- und Selbstständigkeit zu fördern.
Themen wie Geld, Politik und Religion werden auch im Unterricht diplomatisch übergangen. Mitarbeiter, Lehrer und Studenten nehmen mittlerweile viel Rücksicht aufeinander. Beispiele sind das automatische Weglassen von Redensarten wie "Oh Gott", oder Übungsfragen zu Mutter und Schwester. Unterricht wird für Gebete unterbrochen, die Gruppenbetreuer aus Abu Dhabi organisieren Ausflüge und erledigen wichtige Einkäufe.
Wetter, Essen, Pünktlichkeit, Teamarbeit, Ordnung und äußerste Sorgfalt bei der Arbeit sind natürlich gewöhnungsbedürftig. Die Studenten selbst äußern sich sehr positiv, eine Rolle spielt dabei auch der wichtige Brauch, immer höflich zu sein und als Gast nie Negatives über Gastland- und familie zu äußern.
Die Lehrer sind inzwischen mehr beeindruckt von Motivation und Zuverlässigkeit der Gaststudenten als von den deutschen Azubis.
Ansonsten sind die Gaststudenten normale Teenager mit den üblichen Problemen und Interessen. Nach den zehn Monaten sind sie meist aufrichtig beeindruckt von dem Gelernten, der deutschen Arbeitsart und Lebensweise, die nicht darin besteht, ständig mit Geld um sich zu werfen. Auch offen zu sagen, was man denkt, finden viele positiv. Pünktlichkeit bewerten sie als eine erstrebenswerte Tugend für ihr Heimatland, die in der Zukunft zum Erfolg führen wird.
Deutschland könnte in kommenden Jahren enorm von diesem Projekt profitieren, wenn ehemalige Teilnehmer später in Unternehmen sitzen, über Geschäfte entscheiden und statt den USA lieber Deutschland den Vorzug geben, dessen Lebensart und Industriekultur sie persönlich kennengelernt haben.
Quelle: Süddeutsche, 18.08.2010, von Horst von Buttlar
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:agenda-das-deutsche-ausbildungscamp-fuer-wuestensoehne/50157553.html
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