HJ-Newsletters

Augsburg, November 2010

Inhaltsverzeichnis:

 

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» China «

Von der Uni in die Akademikerslums
 
    Die Vision der chinesischen Regierung, die etwa 3% Unistudenten der 80er Jahre bis 2020 auf 40% eines Jahrgangs zu steigern, kämpft mit dem Problem einer viel zu theorielastigen, praxisfernen Ausbildung. Etwa ein Drittel der Hochschulabsolventen findet keinen Job, viele weitere keinen angemessenen Beruf, obwohl die Nachfrage nach Fachkräften sehr hoch ist.
    In Vororten großer Städte entstehen immer mehr "Akademikerslums" mit winzigen, armseligen Wohnungen, die sich oft mehrere Personen teilen. Diese etwa drei Millionen sogenannten "Ameisen" haben sehr schlecht bezahlte Jobs, obwohl die Eltern ihren Kindern unbedingt die Uniausbildung ermöglichen wollten.
    Die Regierung versucht nun, mit einem Zehnjahresplan für Bildung und Entwicklung gegenzusteuern, der Graduierten auch mehr Arbeitserfahrung verschaffen wird. Unternehmen sollen Praktikanten aufnehmen, höhere Einstiegsposten sollen Akademiker von den begehrten Städten der Ostküste mit hoher Arbeitlosigkeit ins Landesinnere ziehen.
    Die theorielastigen Studiengänge werden sich in Zukunft mehr am Ausland orientieren, wie z.B. an Deutschland. Hinter der riesigen Bildungsinvestition steht das Ideal der angestrebten "Harmonischen Gesellschaft" - auf einen neuen Wind im gesamten akademischen Ausbildungssystem ist zu hoffen.
 
Quelle: FTD, 15.11.2010 von Ruth Fend
http://www.ftd.de/wissen/leben/:bildung-im-ausland-chinas-akademikerslums/50193600.html

 

Proteste gegen verordnete Staatssprache
 
    Das nordchinesische Mandarin, seit 1949 von Peking als Staatssprache gefördert, muss in vielen Behörden, Schulen sowie in den Staatsmedien verwendet werden, obwohl es in China etwa 160 Dialekte aus acht bis zehn verschiedenen Sprachfamilien gibt. Linguisten betonen diese Vielfalt als wichtiges Element der kulturellen Vielfalt des Landes.
    Zur Zeit schwelt ein Konflikt in der traditionsbewußten, südchinesischen Millionenstadt Guangzhou, dem früheren Kanton mit umgebender Provinz, wo das in Nordchina unverständliche Kantonesisch gesprochen wird. Peking nahm dort die Asienspiele (eine Art asiatisches Olympia) zum Anlass, eine Umstellung der kantonesischen Regionalsender auf Mandarin vorzuschlagen. Hunderte von Kantonesen demonstrierten gegen die Maßnahme, genauso wie im kantonesisch sprechenden Hongkong. Peking reagierte mit Festnahmen der Initiatoren. Lokale Beamte bemühen sich nun, die aufgebrachte Bevölkerung zu besänftigen. Auch in Tibet gab es Demonstrationen, als die Unterrichtsprache von Tibetanisch auf Mandarin umgestellt werden sollte. Trotz der Notwendigkeit einer Staatssprache, bedingt durch die vielen Dialekte wird die stillschweigende Billigung Pekings kritisiert, auf längere Sicht die lokalen Dialekte verschwinden zu lassen.
    Einen weiteren Beitrag dazu leisten Millionen Wanderarbeiter, die die Sprache ihres neuen Wohnorts nicht verstehen und daher auf Mandarin zurückgreifen, auch um ihren Kindern eine bessere zukünftige Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben.
    Die Koexistenz von Mandarin und Kantonesich genauso wie den zahlreichen, anderen Dialekten wäre gerade im Interesse der vielfältigen Traditionen und Kulturen wünschenswert.
 
Quelle: FTD, 14.11.2010, von Christiane Kühl
http://www.ftd.de/politik/international/:sprachen-in-china-der-bedrohte-stolz-von-guangzhou/50193885.html

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Engpass bei seltenen Rohstoffen
 
    Die Abhängigkeit der Zukunftstechnologien von exotischen Metallen, auch Seltene Erden genannt, stellt besonders für deutsche Unternehmen ein Problem dar, mit dem sie sich verspätet auseinandersetzen. In Ländern wie China, den USA, Russland oder Japan hat die Beschaffung von Bodenschätzen zur eigenen Versorgungssicherheit längst nationale Priorität. Bei Wind- und Sonnenenergie, beim Bau von Elektromotoren, Magneten u.v.a. sind exotische Metalle unverzichtbar. Bestimmte Rohstoffe wie Lathan, nötig zur Herstellung von Photovoltaik-Anlagen werden bereits noch seltener und immer teurer.     Weltweit sind Unternehmen beim Export dieser Metalle fast ausschließlich von China abhängig, aus dessen jährlicher Produktion von 120.000 Tonnen bisher etwa 50.000 Tonnen exportiert wurden. Die Ausfuhren sollen sogar auf nur 30.000 Tonnen reduziert werden.     Das Vorkommen Seltener Erden in Australien, Kanada, Grönland, Vietnam oder der Mongolei könnte zwar den Abbau lohnen, aber die Neuerschließung einer Mine dauert fünf bis zehn Jahre. Zügiger ginge die Wiedereröffnung stillgelegter Bergwerke, aber deren Ausbeute wird bei weitem nicht ausreichen. Deutschlands Bedarf wird zukünftig auf mindestens 50.000 Tonnen jährlich geschätzt.     ThyssenKrupp befürwortet die Gründung einer deutschen Rohstoff AG, einer Vereinigung ehemaliger Konkurrenten unter Aufgabe der Eigenständigkeit, was bis vor kurzem undenkbar war. Der Zusammenschluß mit einer angedachten, vorübergehenden Beteiligung der Regierung könnte dem staatlichen Stahlverband Chinas aber kaum die Stirn bieten. Statt eines Konkurrenzkampfes sollte die Welthandelsoranisation härter darauf bestehen, dass die Handelsregeln beachtet werden.     Drastisch schwindende Ressourcen der seltenen Rohstoffe bieten jedoch die Chance einer verstärkten Suche nach Ersatzstoffen und neuen technologischen Lösungen. Auf diesem Weg könnte Deutschland in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil gewinnen.
 
Quelle: FTD, 14.11.2010 von Jan Guldner
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:rohstoffe-chinesisches-muster/50194579.html
 
Süddeutsche, 26.10.2010 von Silvia Liebrich
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hochspezielle-rohstoffe-seltene-erden-heiss-umkaempft-1.1015566

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Währungskrieg oder Abwertungswettlauf?
 
    Chinas Inflation stieg im Oktober auf 4,4%, die höchste seit 25 Monaten. Lebensmittelpreise, die ein Viertel des Preisindexes ausmachen, verteuerten sich um 10,1%. Die wachsende Inflation soll mit Preiskontrollen für Lebensmittel bekämpft und es wird verstärkt gegen Spekulationsgeschäfte auf Mais oder Baumwolle vorgegangen werden. Vorschläge zur Bremsung der Teuerung sind außerdem Subventionen für den Konsum, ein Verbot des Hortens von Waren und des Wuchers.
    Die Zentralbank steuerte mit einer Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte auf 5,56% gegen, ein weiterer Zinsschritt wird zum Jahresende erwartet, was zu einem Nachgeben der Aktienkurse führte. Der Präsident der Notenbank erklärte, das Wachstum Chinas sei wie geplant und stehe weiterhin auf solider Basis.
    Peking wirkt der erwarteten Flut von Spekulationsgeld aus den USA mit Restriktionen für Ausländer am Immobilienmarkt entgegen, die ab sofort nur eine Wohnimmobilie kaufen dürfen. Unternehmen müssen erworbene Immobilien selbst nutzen. Die Ankündigung der US-Notenbank, weitere Staatsanleihen im Umfang von etwa 900 Mrd. Dollar zu kaufen, könnte China noch mehr zum Ziel renditehungriger Investoren machen. Peking kritisierte den Schritt als möglichen Auslöser weiterer weltweiter Unruhen an den Finanzmärkten, wertete jedoch gleichzeitig jede Verbesserung der US-Wirtschaft als wichtigen Faktor bei der globalen Konjunkturerholung..
    In den letzten Monaten stiegen Immobilienpreise in chinesischen Großstädten um 8,6%. Eine Information, dass die vier größten Banken Chinas ihre Kreditquoten für Bauträger aufgebraucht hätten und 2010 keine neuen Kredite mehr vergäben, wurde von der Industrial and Commercial Bank of China dementiert.
    Chinesische Geschäftsbanken wurden verpflichtet, ihre Geldanlagen bei der Zentralbank auf Rekordhöhe anzuheben, um dem Wirtschaftskreislauf Geld zu entziehen, das sonst durch Kredite an Verbraucher und Unternehmen vergeben würde.
    Die Lockerung der Geldpolitik in den USA hat wohl hauptsächlich zur Einschränkung des Immoblienkaufs für Ausländer geführt. China, das im Juni seinen Wechselkurs flexibilisierte, war wie andere Schwellenländer besonders vom starken Zufluss ausländischen Kapitals betroffen, da viele Investoren auf eine Aufwertung des Renminbi warteten.
    Einige Währungsexperten, darunter Thomas Polleit von Barclay Capital bezeichnen den vielzitierten Währungskrieg als Abwertungswettlauf, wenn Länder wie die USA durch Politiken den Außenwert ihrer Währungen vermindern, um ihre Exporte und die heimische Konjunktur zu beleben. China habe an der Kreditmarktkrise keine Schuld, die westlichen Länder hätten sich da selbst hineinmanövriert. Bei einem Beschluss Chinas, seine Dollaranleihen zu verkaufen, müßte die US-Zentralbank mit neu gedrucktem Geld die Anleihen aufnehmen, was zu einer hohen Inflation in den USA führen würde. Polleit ist der Ansicht, dass Spekulanten bzw. die Markt-Akteure, auch auf dem Devisenmarkt, Gewinne und Verluste selbst tragen müssten, um das Marktgeschehen vorhersehbar zu machen. Regulierung und Besteuerung seitens des Staates, der sich zugunsten freier Märkte zurückziehen solle, würden nur unerwünschte Ergebnisse schaffen.
    Bei einem Treffen der Finanzminister des asiatisch pazifischen Raums wird vor exzessiver Geldmengenvermehrung großer Industrieländer gewarnt. Überschüssige Liquidität z.B. in den USA senke den Dollarkurs und führt zu Problemen in anderen Ländern. Ziel sei aber die Abschaffung von Handelsbilanz-Ungleichgewichten.
    Überschüsse und Defizite in der Leistungsbilanz dürfe vier % des BIP nicht überschreiten, sagte ursprünglich US-Finanzminister Geithner, der sich aber auf Kritik hin von einer numerischen Vorgabe wieder distanzierte. Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Brüderle meinte dazu, deutsche Exportüberschüsse seien nicht für die amerikanischen Probleme verantwortlich.
 
Quelle: FTD, 16.10.2010
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:wachstum-und-spekulation-china-setzt-auf-preiskontrollen-gegen-inflation/50195010.html
 
FTD, 15.10.2010
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:kampf-gegen-inflation-china-wehrt-spekulantengelder-ab/50194743.html
 
FTD, 06.11.2010
http://www.ftd.de/politik/international/:kritik-an-usa-china-nimmt-schaerfe-aus-waehrungsstreit/50191657.html
 
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2010
http://www.sueddeutsche.de/geld/waehrungskrieg-hat-china-die-macht-ueber-den-dollar-1.1014150

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Der lange Weg zur sozialen Gleichheit
 
    Chinas Fünfjahresplan für wirtschaftliche und soziale Entwicklung will das Problem lösen, dass das Einkommen von Privathaushalten langsamer wächst als das BIP. Das bremst das Konsumverhalten, obwohl die Wirtschaft mehr Konsumgüter herstellen könnte, und steigert gleichzeitig die Ersparnisse von Unternehmen und den resultierenden Investionsbedarf, was wiederum Spekulationsblasen fördert. Außerdem liegt damit der Export weiterhin höher als der Import.
    Ein weiteres Problem beim Einkommensunterschied liegt bei der Gruppe mit höherer Bildung, vor allem in Städten, welche jährlich etwa US$ 2000 pro Kopf verdient, während Angehörige niedrigerer Bildungsgruppen wie Wanderarbeiter oder Landwirte nur etwa die Hälfte bekommen.
    Zwar sank innerhalb der letzten 30 Jahre der Anteil der Landwirte unter den chinesischen Arbeitskräften von 80% auf 30%, aber die Bildungschancen auf dem Land lassen weiterhin zu wünschen übrig. Der Fünfjahresplan will jetzt das Sozialversicherungssystem auf alle Arbeiter und Bauern ausdehnen, Finanz- und Steuerreformen sollen für mehr Einnahmen aus Unternehmen sorgen, die wiederum für Sozialprogramme wie z.B billigere Mietwohnungen für ländliche Zuwanderer in Städten verwendet werden können.
    Nur etwa die Hälfte der Bauern (etwa 200 Mio) kam mit höheren Löhnen im Industrie- und Dienstleistungssektor unter, weitere 150 Mio überschwemmen jedoch weiterhin den Arbeitsmarkt. Die Effizienz staatlicher Fördermittel innerhalb weniger Jahre wird an der enormen Anzahl Geringverdienender scheitern (rund 70%), von denen rund 35% Landwirte sind. Erfahrungen anderer Ländern lehren, dass ein Übermaß an Sozialprogrammen mit dem Ziel sozialer und wirtschaftlicher Umschichtung zu Haushaltsdefiziten oder gar zum Kollaps des Finanzmarkts führen kann, mit dem Endergebnis noch größerer Ungleichheit.
    Das von Peking angestrebte Ziel, allen Chinesen Zugang zu besseren Jobs und Bildung zu verschaffen, kann nur sehr langsam durch stetiges Wachstum und fortgesetzte Schaffung von Arbeitsplätzen über Jahrzehnte hinweg geschehen. Weiterbestehende soziale Ungleichheiten auf diesem steinigen Weg sind unvermeidbar.
 
Quelle: FTD, 14.10.2010 von Fang Gang
http://www.ftd.de/politik/international/:top-oekonomen-fan-gang-chinas-krieg-gegen-die-ungleichheit/50189819.html

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Der Volkszählung stößt auf Widerstand
 
    Alle zehn Jahre gibt es in China eine Volkszählung, doch aufgrund des wachsenden Bedürfnisses nach Schutz der Privatsphäre stößt die Erhebung diesmal bei den rund 400 Millionen Haushalten auf Widerstand. Bei einem Testlauf im August-September häuften sich die Beschwerden derjenigen, die die Befragung als Belästigung ansahen. Nur etwa die Hälfte der Einwohner wollen laut einer Umfrage die Volkszählung unterstützen.
    Das Projekt wird etwa 75 Mio Euro kosten und dient offiziell der Unterstützung von Entwicklung und Aufbau einer harmonischen Gesellschaft zur Erhöhung des Lebensstandards.
    Wanderarbeiter, die oft nicht wissen, wohin sie sich wenden können, sollen direkt am Arbeitplatz erfasst werden, für solche, die die Zähler nicht ins Haus lassen wollen, werden sogenannte Anmeldungsstätten eingerichtet. Bei permanent verschlossenen Haustüren darf erbarmungslos weiter geklingelt oder gar die Polizei eingeschaltet werden. Auch die Erfassung der Bewohner von Hongkong, Macao und Taiwan ist geplant.
    Erstmals sind auch Ausländer von der Zählung betroffen, die zahlreiche persönliche Daten preisgeben sollen. Offiziell ist hier das schwammige Ziel, Dienstleistungen zu optimieren. Auch hier stößt das Projekt auf Widerstand, dessen Sinn viele nicht einsehen, wenn sie sich doch bereits bei der jeweiligen Polizeidienststelle angemeldet haben.
    Die Regierung verspricht strengsten Datenschutz und will sogar jedem Erfassten ein kleines Geschenk überreichen. Eine berühmte Schauspielerin wirbt für den Nutzen und Sinn des Unternehmens. Dennoch halten sogar Befürworter der Zählung die enormen Ausgaben für überflüssig.
 
Quelle: FTD, 11.11.2010, von Lou Xu
http://www.ftd.de/politik/international/:statistische-erhebung-wenn-sich-chinesen-nicht-zaehlen-lassen-wollen/50189781.html

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» Taiwan «

Unverständliches Altchinesisch
 
    Das iPad von Apple, in Kalifornien entworfen, wird vom taiwanesischen Auftragsfertiger Hon Hai/Foxconn Group produziert - leider ist es in taiwanesischen Geschäften nicht erhältlich. Verkäufer können es zwar in Hongkong bestellen, die Anlieferungszeit beträgt jedoch drei Tage mit Kosten von 800 Euro.
    Der Verkauf ist in Taiwan noch verboten, weil das iPAd die dort verwendeten altchinesischen Schriftzeichen nicht beherrscht, sondern nur die vereinfachte Schreibweise der Volksrepublik China.
    Dort wurden nach der Revolution zahlreiche Traditionen abgeschafft und gleichzeitig die Schrift vereinfacht. Die nach Taiwan geflohenen Gegner hielten weiterhin an den Schriftzeichen aus der Kaiserzeit fest, was bis heute die schriftliche Kommunikation zwischen der Insel und dem Festland erschwert.
    Laut Beamten in Taiwan ist ein Zulassungsantrag für ein Software-Update genehmigt. Apple hat sich noch nicht zu der Situation geäußert.
 
Quelle: FTD, 25.10.2010, http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:sprachbarriere-das-i-pad-kann-kein-altchinesisch/50186523.html

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» Japan «

Bergsteigen in Designermode
 
    Ein neuer Modetrend ist speziell auf die "Yama-Girls", die "Bergmädchen" zugeschnitten, von denen immer mehr nicht in Berglerkluft, sondern lieber in Minirock, Leggings und Designer-Wanderschuhen Bergwandern oder gar den Fuji besteigen.
    Die Generation ab 25 hat einen neuen Trend geschaffen, ähnlich dem Yoga oder Jogging. Blogs und Websites stellen die neueste Mode vor, die Wachstumszahlen der jeweiligen Modeunternehmen sind vor allem bei Frauenbekleidung sprunghaft nach oben geschnellt.
    Japanische Outdoor-Unternehmen arbeiten fieberhaft daran, dem neuen Sport das Image einer lebenslang attraktiven Betätigung zu verpassen, damit das Geschäft auch anhält.
 
Quelle: News Bento, 09.11.2010
http://www.newsbento.ch/2010/11/modisch-auf-den-fuji/

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Herausforderung Minimalismus
 
    Der berühmte japanische Architekt Tadao Ando, weltbekannt durch zahlreiche ungewöhnliche Kreationen, schuf in einem Vorort von Kobe, auf einem kleinen Grundstück zwischen Eisenbahnschienen und Strand, auf nur 65 m2 zwei Zwillingsgebäude aus Beton. Der jeweils vierte Stock besteht aus einem überhängenden Kubus mit riesiger Fensterwand. Dort oben haben die Bewohner das Gefühl, wie auf einem Schiff zu leben. "Der Ozean kommt zu dir", sagen sie - ein kleiner Raum umfasst einen viel größeren Raum, beschreibt Ando sein Werk.
    Der Bau kostete etwa 425.000 Dollar, das enge Grundstück bot wieder einmal eine kreative Herausforderung an den Meister des Minimalismus, physische Grenzen zu überwinden. Japans 125 Millionen Einwohner leben auf nur etwa 30 % der Landesfläche mit entsprechend teurem Bauland.
    Ando wollte mit dem Gebäude zudem ein Andenken an das schreckliche Erdbeben von Kobe 1995 setzen. Er erhielt im gleichen Jahr die weltweit höchste Auszeichnung für Architekten, den Pritzker-Preis.
 
Quelle: News Bento, 30.10.2010
http://www.newsbento.ch/2010/10/gelebter-minimalismus

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» Singapur «

Bestes Geschäftsklima in Singapur
 
    "Doing Business 2011", eine Untersuchung der Weltbank von Ländern mit den besten Geschäfts- und Rahmenbedingungen für Unternehmen stellte Singapur das fünfte Jahr in Folge auf den ersten Platz, dann folgen Hongkong, Neuseeland, Großbritannien und die USA. Deutschland liegt auf Platz 22 hinter Malaysia und vor Litauen.
    Von den 183 untersuchten Ländern gab es in 117 Nationen im vergangenen Jahr Reformen zur Erleichterung von Geschäftsgründung, Steuern, öffentlicher Transparenz, Stärkung der Eigentumsrechte und Effizienz des Rechtssystems, besonders in afrikanischen Ländern. Es ist weltweit ein anhaltender Trend zu beobachten, Bedingungen und Möglichkeiten für lokale Unternehmen zu verbessern.
 
Quelle: Welt, 04.11.2010
http://www.welt.de/wirtschaft/article10725068/Singapur-bietet-Unternehmen-die-besten-Bedingungen.html

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» Malaysia «

Die Geschichte des Ringgit
 
    Der Name der jungen malayischen Währung, Ringgit (gezackt), bezieht sich auf den Rand des ehemaligen spanischen Silberdollars Südostasiens im 16. und 17. Jahrhundert. Zur britischen Kolonialzeit und kurz nach der Unabhängigkeit 1957 galt der Dollar von Malaya und British Borneo, der 1967 vom malayischen Dollar ablöst wurde, welcher wiederum seit 1975 als Ringgit bezeichnet wird. Erst in den 90er Jahren wurde das $-Zeichen eliminiert und auf die Vorderseite der Scheine der erste König Malaysias geprägt. Auf der Rückseite sind technische Errungenschaften zu bewundern, umgeben von arabisch erscheinenden Jawi- Schriftzeichen, die noch bis ins 20. Jahrhundert verbreitet waren. Heute wird allerdings in lateinischen Buchstaben geschrieben. Die 5-Ringgit Note ist kurioserweise aus Polymer mit einem flammenförmigen Plastikfenster.
    In der Wahlmonarchie Malaysia wird in vorgegebener Reihenfolge von den neun Sultanen der Bundestaaten alle fünf Jahre ein König gewählt, der jedoch eine rein repräsentative Funktion inne hat.
 
Quelle: Welt, 31.10.2010 von Frank Stocker
http://www.welt.de/print/wams/finanzen/article10644405/Malaysia-Der-gezackte-Plastik-Dollar.html

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» Arabische Länder «

Dubai: Angst vor erneuter Staatspleite
 
    Der Mischkonzern Dubai World, der 2009 Schulden über 23,5 Mrd. Dollar nicht bezahlen und nur durch die Finanzhilfe Abu Dhabis mit 5,7 Mrd Dollar überlebte, hat wieder Zahlungsprobleme. Letztes Jahr wurden sie vor allem durch die Immobilienfirma Nakheel verursacht, die eine künstliche Palmen-Inselgruppe schuf. Jetzt schuldet die Tochterfirma der staatseigenen Dubai Holding, Dubai Group, zwei Zahlungen in dreistelliger Millionen-Dollarhöhe, eine Rückzahlung auf einen Kredit von über 330 Mio Dollar unter Federführung der Citibank. Außerdem sei die Firma eine Gewinnzahlung schuldig geblieben. Dubai Group ist im Bank-, Versicherungs- und Anlagegeschäft tätig und äußerte sich nicht zur dem Zahlungsrückstand.;
    Die Prämien der Kreditausfallversicherungen für Staatsanleihen stiegen massiv und notierten bei Dubai Holding 920 Basispunkte - eine Versicherung der Anleihen des Konzerns über 10 Mio. Dollar kostet demnach 920.000 Dollar im Jahr. Die Schulden der Dubai Holding werden auf etwa 12 Mrd. Dollar geschätzt, die Regierung hat bereits 2 Mrd. Dollar frisches Kapital beigesteuert.;
    Das Emirat ist mit 110 Mrd. Dollar verschuldet und muss 2011 über 18 Mrd. Dollar Verbindlichkeiten refinanzieren.
 
Quelle: FTD, 12.11.2010
http://www.ftd.de/finanzen/:schuldenkrise-im-emirat-dubai-wieder-in-zahlungsnot/50193848.html

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Saudi-Arabien: Das Scheitern einer liberalen Idee
 
    Die saudi-arabische Supermarktkette Panda, die als erstes Unternehmen Frauen als Kassiererinnen einstellen wollte, hat auf massiven Widerstand der Saudis hin den Beschluss rückgängig gemacht. Viele Saudis hatten sogar in einer per Facebook gegründeten Gruppe zum Boykott von Panda aufgerufen, Religionsgelehrte veröffentlichten islamische Rechtsgutachten gegen die Arbeit von Frauen als Kassiererinnen. Im Königreich dürfen sie nur bestimmte Berufe wie Lehrerin, Journalistin oder Bankkauffrau ausüben. In den Banken sitzen sie dann in der Frauen-Filiale und bedienen nur weibliche Kunden, sogenannte "Frauen-Einkaufszentren" beschäftigen ausschließlich Frauen. Nur in Krankenhäusern entfällt die Geschlechtertrennung.
    Die Panda-Kette gehört mehrheitlich zur Kindom Holding von Prinz Walid bin Talal, einer der wenigen liberalen Saudis, der mehr Arbeitplätze für Frauen schaffen will.
 
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.08.2010
http://www.sueddeutsche.de/karriere/berufsverbot-fuer-frauen-keine-kassiererinnen-in-saudi-arabien-1.992766

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Die Zukunft nach dem Öl - Bahrain denkt weiter
 
    Bahrain, ein relativ "armes" Emirat, dessen Rohstoffexporte nur 13% zum BIP beitragen, will sich nicht mehr nur auf Finanzgeschäfte konzentrieren, sondern für die Zunkunft, wenn die Ölreserven zur Neige gehen, seine Investitionen ausbauen. Um den Wohlstand des Emirats auf Dauer zu sichern, verhandelt Bahrain jetzt vor allem mit deutschen kleinen und mittelständischen Unternehmen der Automobilbranche und anderen Sektoren. Der deutsche Mittelstand hat den Ruf der Stabilität und führender Technologien, außerdem passen die arabischen, oft von Herrscherhäusern getragenen Unternehmen gut zu deutschen Familienbetrieben mit dem gemeinsamen Problem der Nachfolgeregelung.
    Andere reichere Emirate investierten bisher eher in Großkonzerne - Abu Dhabi in die Thyssen-Krupp Schifffahrtssparte und zusammen mit Kuwait in Daimler, Katar hat Anteile bei VW und Porsche.
    Bahrain will deutsche Investoren auch ins eigene Land bringen und strebt stabile Beziehungen mit gegenseitigen Vorteilen an. Deutsche Mittelstandsunternehmen sind arabischen Investoren gegenüber sehr aufgeschlossen, da sie in Europa häufig auf Probleme bei einer Bankfinanzierung stoßen.
    Mittelstandsdelegationen aus einzelnen Bundesländern auf Investorensuche besuchen die Emirate, wo sie mit Hilfe strategischer Bündnisse neue Absatzregionen erschließen könnten. Die Golfregion bietet sich auch als Sprungbrett in den Wachstumsmarkt Indien an.
 
Quelle: FTD, 27.10.2010 von Heimo Fischer
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:investoren-vom-golf-scheichs-entdecken-den-deutschen-mittelstand/50187374.html

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